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Der «verrückte Schotte» freute sich auf seinen Einsatz in Syrien

David Haines, die dritte vom Islamischen Staat ermordete westliche Geisel, war ein erfahrener Entwicklungshelfer. Bei seinen Einsätzen in den Krisengebieten dieser Welt hat er vielen Menschen das Leben gerettet.

Im März 2013 in Syrien verschleppt: In einem vom Islamischen Staat veröffentlichten Video wird die Tötung von David Haines gezeigt. (13. September 2014)
Im März 2013 in Syrien verschleppt: In einem vom Islamischen Staat veröffentlichten Video wird die Tötung von David Haines gezeigt. (13. September 2014)
Keystone
Ein «Akt des puren Bösen»: Premierminister David Cameron meldete sich via Twitter zu Wort.
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Matt Dunham, Keystone
IS-Terroristen forderten 100 Millionen Euro für ihren Sohn: Diane und John Foley sprechen vor ihrem Haus in Rochester, New Hampshire, zu Reportern. (20. Ausgust 2014)
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Jim Cole, Keystone
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Sein humanitäres Engagement in Krisenregionen brachte ihm den Beinamen «verrückter Schotte» ein. 15 Jahre lang war David Haines als Entwicklungshelfer im Einsatz, bevor er 2013 in Syrien verschleppt wurde. Nun wurde der 44-Jährige von der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hingerichtet. Die Enthauptung sorgte weltweit für Entsetzen. Haines ist die dritte westliche Geisel, die binnen kurzer Zeit von den Extremisten als Vergeltung für den Kampf ihrer Regierungen gegen den IS getötet wurden.

Haines arbeitete seit 1999 für die internationale Hilfsorganisation Acted, für die er im März vergangenen Jahres nach Syrien reiste. Kurz nach seiner Ankunft wurde er zusammen mit einem italienischen Kollegen verschleppt. Dieser kam im Mai 2014 frei, während Haines in der Gewalt der Extremisten blieb. Ein Einsatz zu seiner Befreiung scheiterte nach Angaben der britischen Regierung.

Vom Soldaten zum Entwicklungshelfer

Anfang des Monats wurde Haines dann in einem Video der IS-Extremisten vorgeführt, das die Hinrichtung des US-Reporters Steven Sotloff zeigt. Die Entführer drohten darin, den Briten ebenfalls zu töten, falls London die Unterstützung für den US-Militäreinsatz im Irak nicht beende. Haines Familie appellierte noch am Freitag an die Geiselnehmer, sich bei ihnen zu melden. Doch nur einen Tag später stellte der IS dann ein weiteres Video ins Netz, in dem die Enthauptung Haines’ zu sehen ist.

«Er half allen, die Hilfe benötigten, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Ansichten oder ihrer Religion», sagte Haines’ Bruder Mike. «Am lebendigsten und am meisten begeistert» sei Dave in seinem humanitären Engagement gewesen. Sein Bruder habe sich auf seinen Einsatz in Syrien sehr gefreut, fügte Mike hinzu.

David Haines wurde 1970 in Nordengland geboren, zog aber bereits als Kind mit seiner Familie nach Schottland. Er arbeitete für die Post, bevor er als Flugzeugingenieur in die britische Luftwaffe eintrat. Während seines Militärdienstes zählte es zu seinen Aufgaben, die Sicherheits- und Bedrohungslage in verschiedenen Ländern zu analysieren, wie Haines in seinem Lebenslauf angab. Während eines Aufenthalts in der Balkanregion wandte sich der Brite dann der Entwicklungshilfe zu.

Die Familie lebt in Kroatien

Er verliess die Armee und schloss sich 1999 dem deutschen Arbeiter-Samariter-Bund an. In Kroatien half er beim Wiederaufbau des durch die Balkankriege zerstörten Landes. 2011 betreute Haines in Libyen ein Projekt der Organisation Handicap International, die Behinderte in Krisenregionen unterstützt. Im Jahr darauf ging er in den Südsudan, um Zivilisten als inoffizielle Friedensvermittler auszubilden. Haines habe «durch seine gute Arbeit viele Menschenleben gerettet», erklärte die Einrichtung Nonviolent Peaceforce, für die der Brite in dem ostafrikanischen Land im Einsatz war.

Haines hinterlässt zwei Kinder. Aus der Ehe mit seiner Jugendliebe ging eine inzwischen 17-jährige Tochter hervor. 2010 heiratete der Brite in Kroatien ein zweites Mal und wurde Vater einer Tochter, die nun vier Jahre alt ist. Die Familie lebt in Sisak nahe Zagreb. Seine Nachbarn reagierten schockiert auf die Nachricht vom Tod des 44-Jährigen. Haines’ Witwe trauerte in Stille um ihren Ehemann.

AFP/ldc

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