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Die Belagerung des Sinjar-Gebirges ist durchbrochen

Aus dem Irak wird der grösste Erfolg im Kampf gegen den IS vermeldet. Auch mehrere Chefs der Jihadisten sollen tot sein.

8000 Peshmerga waren im Einsatz gegen den IS: Kurdische Kämpfer auf Patrouille. (18. Dezember 2014)
8000 Peshmerga waren im Einsatz gegen den IS: Kurdische Kämpfer auf Patrouille. (18. Dezember 2014)
Reuters

Mit dem Einsatz Tausender kurdischer Peschmerga-Soldaten und massiven Luftschlägen hat die internationale Koalition ihren bislang grössten militärischen Erfolg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) errungen.

Vertreter der nordirakischen Autonomieregion Kurdistan und der US-Regierung gaben das Ende der Belagerung des Sindschar-Gebirges durch die Jihadisten bekannt.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer drängten die IS-Miliz weiter zurück. Die Kurden rückten weiter in die karge Gebirgsregion vor, während kurdische und irakische Truppen auf die Stadt Tall Afar vordrangen, wie Augenzeugen berichteten.

Wie der Präsident des Sicherheitsrats der autonomen Kurdengebiete, Masrur Barsani, mitteilte, wurden die Jihadisten zur Flucht nach Mossul und Tall Afar gezwungen. In weniger als 48 Stunden hätten seine Kämpfer 700 Quadratkilometer Land der Kontrolle der IS entrissen.

Durch einen 70 Kilometer breiten und zehn Kilometer langen Korridor erreichten die Kämpfer demnach die im Gebirge eingeschlossenen Jesiden.

In die Berge hatten sich im August 80'00 kurdische Jesiden vor den sunnitischen IS-Extremisten gerettet. Jesidischen Angaben zufolge hielten sich dort zuletzt noch 9000 Zivilisten auf. Sie sollten in die nördliche Stadt Dohuk in Sicherheit gebracht werden.

Die Offensive mit Beteiligung von 8000 Peschmerga sei der bisher grösste und erfolgreichste gegen die IS-Miliz gewesen, erklärte Barsanis Büro. Laut Nachrichtenportal Rudaw dauerten die Kämpfe zwischen Kurden und IS-Milizen an.

IS-Kommandanten getötet

Die US-geführte Militärallianz flog laut dem Pentagon allein seit Montag mehr als 50 Luftangriffe gegen IS-Stellungen nahe des Sinjar-Gebirges. Das US-Verteidigungsministerium verkündete derweil, seit Mitte November mehrere hohe IS-Kommandanten bei Luftangriffen getötet zu haben.

«Wir glauben, dass der Tod dieser Schlüsselanführer den IS im Kampf gegen die irakischen Sicherheitskräfte, Kurden und lokalen Milizen beeinträchtigt», sagte Pentagon-Sprecher John Kirby.

Regierungsvertreter sagten, unter den Getöteten sei auch Abu Muslim al-Turkmani, der Stellvertreter des IS-Führers Abu Bakr al-Bagdadi. Er wäre der höchste IS-Kommandant, der dieses Jahr getötet wurde. Auch der Militärchef der Miliz, Abd al-Basit, soll getötet worden sein.

Zweifel an Darstellung

Zweifel an der Darstellung, dass die Gruppe durch die Ausschaltung von Kommandanten wesentlich geschwächt werden könne, weckte allerdings ein geheimer CIA-Bericht.

Die Analyse, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass bei den afghanischen Taliban die Tötung von Anführern nur einen «geringen» Effekt gehabt habe. Auch al-Qaida im Irak sei durch die gezielte Tötung von Kommandanten nicht entscheidend geschwächt worden, hiess es.

Im Sommer waren infolge der Blitzoffensive der Jihadisten im Nordirak zehntausende Jesiden ins Sinjar-Gebirge geflohen, wo sie weder Wasser noch Essen hatten. Die Angehörigen der religiösen Minderheit werden von den IS-Extremisten als Teufelsanbeter verfolgt.

Die Sorge vor einem Völkermord war einer der Gründe, warum US-Präsident Barack Obama vor fünf Monaten Luftangriffe gegen die Jihadisten autorisierte. Seit Beginn des internationalen Kampfes gegen die IS-Extremisten am 8. August haben die USA mehr als 1300 Luftschläge im Irak und in Syrien geflogen.

AFP/ldc

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