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Die schwierige Aufgabe der Journalisten in Syrien

Der neue Präsident des IKRK, Peter Maurer, hat die Medien dazu aufgefordert, kritischer und offensiver aus Krisengebieten zu berichten. Doch gerade am Beispiel Syrien zeigt sich, wie gefährlich diese Aufgabe ist.

Vermutlich von Regierungstruppen in Aleppo getötet: Die 45-jährige japanische Journalistin Mika Yamamoto während eines Auftritts in einer japanischen News-Sendung. (Juli 2012)
Vermutlich von Regierungstruppen in Aleppo getötet: Die 45-jährige japanische Journalistin Mika Yamamoto während eines Auftritts in einer japanischen News-Sendung. (Juli 2012)
AFP
Starb während der Arbeit: Die engagierte Journalistin Marie Colvin 2001 in London.
Starb während der Arbeit: Die engagierte Journalistin Marie Colvin 2001 in London.
Keystone
Engagierte sich für die Freiheit seines Landes: Mazhar Tayyara war auch bekannt als Omar der Syrer. (Undatierte Aufnahme)
Engagierte sich für die Freiheit seines Landes: Mazhar Tayyara war auch bekannt als Omar der Syrer. (Undatierte Aufnahme)
AFP
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Angestellte humanitärer Hilfsorganisationen und Journalisten stehen in Konfliktgebieten oft vor den gleichen Herausforderungen. So sei etwa der Spielraum für humanitäre Aktionen wie auch für die Beschaffung von Informationen kleiner geworden, sagten Vertreter der beiden Berufsgattungen am Dienstag vor Journalisten in Genf.

Humanitären Zonen in Konfliktgebieten würde immer weniger Beachtung geschenkt, da die Konflikte selbst immer unvorhersehbarer seien, erklärte UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres.

Der Portugiese eröffnete damit eine vom Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) übertragene Debatte über die Rolle der Medien in humanitären Krisen. Anlass dafür war der internationale Tag der humanitären Hilfe vom vergangenen Sonntag.

Jeder Konflikt verdient Aufmerksamkeit

Guterres bedauerte, dass die Medien nicht alle Krisen mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgen würden. Über die aktuellen Konflikte in Mali, Sudan, Somalia oder in der demokratischen Republik Kongo werde zum Beispiel weit weniger berichtet als über den Bürgerkrieg in Syrien.

Der seit Juli amtierende neue Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer, forderte die Journalisten dazu auf, ihnen gegenüber gemachte Aussagen kritischer und offensiver zu hinterfragen.

«Vollständige Objektivität nicht möglich»

Dass Journalisten in Krisengebieten immer häufiger selbst Zielscheibe von Angriffen werden, habe auch damit zu tun, dass die Medienleute oft als Konfliktparteien wahrgenommen würden, erklärte ihrerseits Gunilla von Hall. Sie ist Präsidentin von ACANU, der Organisation der bei der UNO akkreditierten Journalisten.

Vollständige Objektivität sei jedoch nicht möglich, sagte Raymond Bonner, ehemaliger Korrespondent der «New York Times». So seien etwa amerikanische und britische Reporter aufgrund der Brutalität des Regimes von Saddam Hussein zuerst für eine Intervention im Irak gewesen, seien danach aber teilweise zu erbitterten Kritikern des 2003 gestarteten Einsatzes geworden.

Schon vier Journalisten starben in Syrien

Das japanische Aussenministerium hatte ebenfalls am Dienstag den Tod einer japanischen Journalistin in Syrien bestätigt. Eine Sprecherin erklärte, die Leiche der Journalistin, die für Japan Press über den Bürgerkrieg in Syrien berichtet habe, sei in die Türkei überführt worden, wo japanische Konsularvertreter bereitstünden. Die 45-jährige preisgekrönte Journalistin kam demnach bei Kämpfen in der Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden des Landes ums Leben.

Er hoffe, dass der Tod der Journalistin die internationale Gemeinschaft endlich zum Handeln bewege. «Ich hoffe, dass diese Länder, die nicht vom syrischen Blut erschüttert wurden, vom Blut ihrer eigenen Leute bewegt werden», sagte Ghasali. Der Beobachtungsstelle zufolge werden derzeit noch ein türkischer, ein libanesischer und ein arabischer Journalist vermisst.

Yamamoto ist bereits die vierte ausländische Journalistin, die im Syrien-Konflikt ums Leben gekommen ist. Im Januar war ein Reporter des französischen Senders France 2 in Homs getötet worden, im Februar starben die US-Journalistin Marie Colvin und der französische Fotograf Rémi Ochlik beim Beschuss eines Pressezentrums in Homs. Auch mehrere syrische Journalisten wurden in dem Konflikt bereits getötet.

SDA/fko

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