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Emir von Katar besucht als erster Staatschef Gaza

Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani überquerte am Vormittag von Ägypten aus den Grenzübergang Rafa und wurde vom Hamas-Chef Ismail Hanija begrüsst. Von einem «historischen Ereignis» ist die Rede.

Ein Akt von hoher politischer Bedeutung: Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani (m.) zu Besuch bei Hamas-Führer Ismail Hanija (l.) im Gazastreifen. (23. Oktober 2012)
Ein Akt von hoher politischer Bedeutung: Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani (m.) zu Besuch bei Hamas-Führer Ismail Hanija (l.) im Gazastreifen. (23. Oktober 2012)
Keystone
Willkommenszeremonie beim Grenzübergang von Rafah: Der Emir umgeben von Sicherheitsleuten. (23. Oktober 2012)
Willkommenszeremonie beim Grenzübergang von Rafah: Der Emir umgeben von Sicherheitsleuten. (23. Oktober 2012)
AFP
Umstrittener Besuch: Der Emir winkt beim Grenzübergang Rafah den Menschen zu. (23. Oktober 2012)
Umstrittener Besuch: Der Emir winkt beim Grenzübergang Rafah den Menschen zu. (23. Oktober 2012)
AFP
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Al-Thani soll während seiner mehrstündigen Visite mit Hanija Bauprojekte einweihen und eine Ansprache halten. Laut der Nachrichtenagentur DAPD hat der Emir zudem 250 Millionen Dollar Hilfszahlungen zugesagt.

Die Ankunft des Emirs sei ein «historisches Ereignis», und andere arabische Staatschefs sollten seinem Beispiel folgen, sagte Hamas-Führer Ismail Hanija. Aus den Lautsprechern der Moscheen wurden die Menschen aufgerufen, die Strassen zu säumen.

Bei den gemässigten Kräften um Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland stiess der Besuch jedoch auf Kritik. Eine Vertiefung der Spaltung zwischen dem Gazastreifen und dem Westjordanland sei «sehr gefährlich», warnte PLO-Sekretär Jasser Abed Rabbo.

Die Hamas hatte die Fatah von Abbas im Juni 2007 in einem Bruderkrieg im Gazastreifen entmachtet. Versöhnungsbemühungen kamen über Absichtsbekundungen nicht hinaus.

Hamas ist international isoliert

Die radikalislamische Hamas ist international weitgehend isoliert, weil sie den Staat Israel nicht anerkennt. Kurz vor der Ankunft des Emirs war ein israelischer Soldat bei einem Anschlag am Grenzzaun schwer verletzt worden. Ob Israel trotz des Besuchs militärisch auf den Anschlag reagieren würde, war unklar. Die Beziehungen zwischen Israel und Katar gelten als gut.

In Israel wird die Visite als Bestätigung des wachsenden Einflusses der Muslimbruderschaft, der Dachbewegung der Hamas, seit dem Beginn der Aufstände im vergangenen Jahr gesehen. Dadurch haben islamistische Gruppen in der gesamten Region an Bedeutung gewonnen. Katar war dabei ein wichtiger Verbündeter von Rebellen- und Oppositionsbewegungen.

SDA

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