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Erneut schwere Gefechte auf Sinai-Halbinsel

Das ägyptische Militär hat seine Truppen im Sinai als Reaktion auf die Attacken militanter Islamisten verstärkt. Laut einem TV-Bericht kam es im Norden erneut zu schweren Kämpfen.

Erneuter Gewaltausbruch: Ein Mann geht am ausgebrannten Auto von Extremisten vorbei, die von ägyptischen Truppen getötet wurden. (12. August 2012)
Erneuter Gewaltausbruch: Ein Mann geht am ausgebrannten Auto von Extremisten vorbei, die von ägyptischen Truppen getötet wurden. (12. August 2012)
Reuters
Angespannte Lage: Der Grenzübergang von Rafah wird streng bewacht. (10. August 2012)
Angespannte Lage: Der Grenzübergang von Rafah wird streng bewacht. (10. August 2012)
Keystone
Der Ort des Geschehens: Die Sinai-Halbinsel trennt Ägypten und Israel.
Der Ort des Geschehens: Die Sinai-Halbinsel trennt Ägypten und Israel.
SDA
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Auf der Halbinsel Sinai haben sich ägyptische Polizisten heute einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge schwere Gefechte mit Bewaffneten geliefert. Zu den Kämpfen sei es vor einer Polizeiwache im Ort al-Arish im Norden gekommen, berichtete der Sender Nile News.

Nach einem Überfall auf Grenzpolizisten auf dem Sinai hatten die ägyptischen Sicherheitskräfte am Mittwoch eine Offensive gegen mutmassliche islamische Extremisten eingeleitet, die hinter der Tat vermutet werden. Mehr als 30 mutmassliche Terroristen wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen getötet.

Als Reaktion auf die schweren Attacken militanter Islamisten verstärkte das ägyptische Militär heute auch seine Truppen auf der Halbinsel Sinai. Die Einheiten gingen vor allem in der Extremisten-Hochburg Sheikh Zuweid und im Grenzort Rafah nahe dem palästinensischen Gazastreifen in Stellung, wie Augenzeugen sagten.

«Jihadisten nutzen aufgebrachte Stimmung aus»

Die Militäraktion ist eine der grössten, seit der Friedensvertrag mit Israel von 1979 der Armee strenge Grenzen bei Truppenbewegungen auf der Halbinsel setzte. Im Sinai kommt es regelmässig zu Anschlägen, Entführungen gehören zum Alltag und Waffen- und Rauschgifthändler treiben ihr Unwesen, wie Redaktion Tamedia gestern berichtete. Bewohnt wird das Gebiet vor allem von Beduinen, die sich seit Jahren gegen die Regierung auflehnen.

Der Grund dafür geht laut Nahost-Experte Arnold Hottinger auf die Jahre 2004 bis 2006 zurück. «Damals gab es im Sinai eine Reihe von Anschlägen auf die touristischen Zentren wie Sharm al-Sheikh. Die ägyptische Regierung machte die dort wohnhaften Beduinen dafür verantwortlich und verfolgte sie. Noch heute sitzen Hunderte dieser Wüstenbewohner – teilweise auch unschuldig – im Gefängnis», erklärt er. Deshalb seien die Beduinen bis heute gegen die ägyptische und die israelische Regierung aufgebracht. Denn damals hätten die beiden Staaten eng zusammengearbeitet. Jihadisten würden diese Stimmung ausnutzen und die Menschen für ihre Zwecke instrumentalisieren, so Hottinger.

Bei dem Überfall am Sonntag waren 16 ägyptische Polizisten getötet worden. Die Angreifer hatten zwei Panzerfahrzeuge erobert und versucht, die Grenze nach Israel zu durchbrechen.

SDA/fko

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