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Erste UNO-Hilfsgüter erreichen Somalia

Die UNO hat ihre Luftbrücke zur Lieferung von Nahrungsmitteln in das dürregeplagte Somalia gestartet. Die EU will den Kampf gegen die Hungersnot mit 60 Millionen Euro unterstützen.

Zunächst sei ein Flugzeug mit zehn Tonnen Nothilfegütern an Bord nach Mogadischu unterwegs, erklärte das Welternährungsprogramm (WFP). Auf diesem Weg sollen dringend benötigte Lebensmittel für die von der Dürre betroffene, hungerleidende Bevölkerung ins Land gebracht werden. Die Vereinten Nationen hatten sich zu der Luftbrücke entschlossen, weil wegen der instabilen Zustände in dem Bürgerkriegsland Lieferungen auf dem Landweg sehr schwierig sind.

Viele Menschen waren in den vergangenen Wochen aus dem besonders hart von der Dürre getroffenen Süden in die Hauptstadt Mogadischu geflüchtet. «Eine Luftbrücke ist der schnellste Weg, Lebensmittel ins Land zu bringen», sagte WFP-Sprecherin Susannah Nicol.

100 Tonnen Nahrungsmittel sollen in die Region

Die Hilfsgüter sollen in ein Warenhaus gebracht und vor Ort von humanitären Organisationen verteilt werden. Ursprünglich war der Start der Luftbrücke bereits für Dienstag geplant, wegen bürokratischer Probleme jedoch verschoben worden.

Die erste Maschine hat Nahrungsmittel speziell für unterernährte Kinder an Bord. Die Hilfsgüter reichten aus, um 3500 Kinder einen Monat lang zu ernähren, sagte Nicol. Weitere sollen in den nächsten Tagen folgen. Insgesamt sollen so in den kommenden Tagen rund hundert Tonnen Nahrungsmittel in die Region gebracht werden.

Elf Millionen Menschen betroffen

Die Hungerkrise am Horn von Afrika bedroht allein in Somalia rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. In Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Uganda leiden Millionen weitere Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren.

UNO-Vertreter bezifferten den Hilfsbedarf bis Jahresende auf rund zwei Milliarden Dollar, bislang sei aber erst eine Milliarde bei der UNO eingegangen. Von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren sind elf Millionen Menschen betroffen.

EU stockt Hilfe auf

Angesichts des dramatischen Ausmasses der Hungersnot will die Europäische Union (EU) den Menschen am Horn von Afrika mit zusätzlichen 60 Millionen Euro helfen. Entsprechende Schritte habe sie eingeleitet, sagte die für humanitäre Krisen verantwortliche EU- Kommissarin Kristalina Georgieva.

Insgesamt würden die Hilfsleistungen für die Region für dieses Jahr damit auf 158 Millionen Euro aufgestockt. Mit dem zusätzlichen Geld würden Nahrungsmittel für die am stärksten gefährdeten Familien finanziert.

Georgieva hatte am Sonntag das Flüchtlingslager Dadaab in Kenia besucht. Sie sprach von Bildern und Schilderungen «die das Herz brechen». Die Hilfsorganisationen könnten den Andrang der Hungerflüchtlinge aus Somalia kaum bewältigen.

Die Ankömmlinge seien so erschöpft, dass die Sterblichkeitsrate nach oben schnelle. «Wir müssen alles tun, um die Versorgung in Somalia zu verbessern, damit sich die Menschen nicht auf die tödliche Reise machen müssen», sagte die Kommissarin.

Aufruf an Golfstaaten

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief derweil die Golfstaaten zu massiven Hilfen auf. Ban habe mit dem saudi-arabischen König Abdullah, dem kuwaitischen Emir Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah und dem katarischen Regierungschef Scheich Hamad bin Jassem bin Dschaber al-Thani telefoniert, teilten die Vereinten Nationen in New York mit.

In einem weiteren Telefonat habe er auch den Aussenminister der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Abdullah bin Sajed al-Nahjan um Hilfsgelder gebeten.

SDA/miw

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