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Erster Präsident des unabhängigen Algerien gestorben

Eine steile politische Karriere, ein jäher Sturz und eine langjährige Gefangenschaft: Ahmed Ben Bella hatte ein bewegtes Leben. Er ist heute 95-jährig gestorben.

Galt als Schlüsselfigur beim Aufstand gegen die Franzosen: Ahmed Ben Bella. (13. Dezember 2010)
Galt als Schlüsselfigur beim Aufstand gegen die Franzosen: Ahmed Ben Bella. (13. Dezember 2010)
Keystone

Ahmed Ben Bella, Algeriens erster Staatspräsident nach der Unabhängigkeit 1962, ist tot. Er starb heute im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Algier, wie die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf Angehörige berichtete.

Ben Bella galt als eine der Schlüsselfiguren, die 1954 das Signal zum Aufstand gegen die Kolonialmacht Frankreich gaben. Der Mitbegründer der Nationalen Befreiungsfront FLN wurde 1956 an Bord eines Flugzeugs festgenommen.

Als er nach mehrjähriger Gefangenschaft in Frankreich 1962 ins befreite Algier einzog, wurde er mit Jubel empfangen. Rund ein Jahr später war er nach Interimsstaatschef Ferhat Abbas erster Präsident des unabhängigen Algeriens.

Erneut 15 Jahre Haft

Die Amtszeit dauerte allerdings nur knapp zwei Jahre. 1965 wurde Ben Bella durch einen Militärputsch seines inzwischen verstorbenen Verteidigungsministers, Oberst Houari Boumedienne, gestürzt und inhaftiert, weil er angeblich Verrat an der reinen sozialistischen Lehre begangen hatte. Seine Haft dauerte 15 Jahre.

1980 ging Ben Bella ins Exil. Er lebte mehrere Jahre am Genfersee in der Schweiz und leitete von dort aus auch die Bewegung für Demokratie in Algerien (MDA), die er gegründet hatte. 1990 kehrte er in seine Heimat zurück.

Seit 2007 war er Vorsitzender eines Weisenrats der Afrikanischen Union, der zur Beilegung bewaffneter Konflikte beitragen soll. 2012 war er zweimal in ein Militärspital eingeliefert, aber dann wieder entlassen worden.

SDA/rbi

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