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«Es ist Zeit, ihn gehen zu lassen»

Nelson Mandela liegt schon wieder im Krankenhaus, in Südafrika beten die Menschen für seine Gesundheit. Die öffentliche Diskussion hat einen neuen Tonfall angenommen.

Sein Zustand ist «ernst, aber stabil»: Nelson Mandela. (Archivbild)
Sein Zustand ist «ernst, aber stabil»: Nelson Mandela. (Archivbild)
AFP

Es ist das vierte Mal in sechs Monaten, dass Nelson Mandela ins Krankenhaus eingeliefert werden musste: Wegen einer Lungenentzündung liegt er seit dem Wochenende in einer Klinik in Johannesburg. Sein Zustand sei «ernst, aber stabil», teilte das Büro von Präsident Jacob Zuma gestern mit. Seither gab es keine offiziellen Statements mehr zum Befinden Mandelas.

Während die Südafrikaner in den Sonntagsgottesdiensten für ihren früheren Präsidenten beteten, widmete die «South Africa's Sunday Times» ihm die Titelseite. «Es ist Zeit, ihn gehen zu lassen», schrieb die Zeitung. Sie zitierte einen langjährigen Freund Mandelas, Andrew Mlangeni (87), der gemeinsam mit dem 94-Jährigen auf Robben Island im Gefängnis sass.

Mandela sei schon zu oft ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte dieser. Offensichtlich gehe es ihm nicht gut, und es sei möglich, dass es ihm nie wieder gut gehen werde. «Seine Familie muss ihn erlösen, damit Gott seinen Willen durchsetzen kann. Sie muss seinen Geist gehen lassen und ihren Vater in die Hände Gottes übergeben.»

«Ich glaube, es ist fast zu Ende»

Der Ton in den Gesprächen über Mandelas Gesundheitszustand habe sich verändert, schreibt dazu die britische Zeitung «The Telegraph». Oupa Ngwenya, Sprecher der Wohltätigkeitsorganisation Nelson Mandela Children's Fund, bestätigt dies. Es werde nun immer klarer, dass das Alter nicht mehr auf Mandelas Seite stehe. Er habe viele seiner Zeitgenossen überlebt, doch «ich glaube, es ist fast zu Ende».

In der südafrikanischen Öffentlichkeit rufen solche Äusserungen unterschiedliche Reaktionen hervor. Die Politologin Nombonisa Gasa begrüsst den Appell Mlangenis: «Er hat als Stammesältester gesprochen», schrieb sie auf Twitter. «Hat jemand Mandela selber gefragt, ob er gehen will oder nicht?», fragte hingegen ein wütender Blogger.

«Ich habe meinen Vater gerade besucht, und es geht ihm gut. Er ist ein Kämpfer», sagte Mandelas Tochter Zindzi gegenüber dem «Telegraph».

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