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Franziskus berührt den Jordan an der Taufstelle Jesu

Auf seiner dreitägigen Reise durch den Nahen Osten hat der Papst in Jordanien haltgemacht. In Ammann begeisterte er die Massen – und verlangte Lösungen.

«Fliegende Pressekonferenz»: Während der Heimreise sprach Papst Franziskus zu den Medienschaffenden. (26. Mai 2014)
«Fliegende Pressekonferenz»: Während der Heimreise sprach Papst Franziskus zu den Medienschaffenden. (26. Mai 2014)
Keystone
Halt am heiligsten Ort des Judentums: Papst Franziskus betet an der Klagemauer in Jerusalem. (26. Mai 2014)
Halt am heiligsten Ort des Judentums: Papst Franziskus betet an der Klagemauer in Jerusalem. (26. Mai 2014)
Andrew Medichini, Pool
In einer Kirche in Bethanien traf Franziskus Flüchtlinge. (24. Mai 2014)
In einer Kirche in Bethanien traf Franziskus Flüchtlinge. (24. Mai 2014)
ANDREW MEDICHINI, AFP
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Papst Franziskus hat seine dreitägigen Reise ins Heilige Land begonnen. Vor syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen in Jordanien drängte er auf die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen für Syrien. Die jordanische Hauptstadt Amman und die Taufstelle Jesu waren weitere Stationen am ersten Tag seines Besuchs.

«Alle Seiten müssen den Waffengebrauch einstellen und zu Verhandlungen zurückkehren», sagte Papst Franziskus in seiner Ansprache vor den Flüchtlingen, die er in Bethanien am Ufer des Jordans traf. «Nur durch Dialog und Zurückhaltung kann eine Lösung gefunden werden.»

Forderung nach freier Religionsausübung

Schon zuvor hatte er im Königspalast in der jordanischen Hauptstadt Amman gemahnt: «Dauerhafter Frieden für die gesamte Region erfordert, dass dringend eine friedliche Lösung für die Krise in Syrien gefunden wird und eine gerechte Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt.»

Zugleich trat der aus Argentinien stammende Papst, der bis Montag auch Bethlehem und Jerusalem besuchen will, für die freie Religionsausübung ein – «ein Grundrecht, von dem wir hoffen, dass es im gesamten Nahen Osten hochgehalten wird».

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche verwies damit auf die Sorgen des Vatikan angesichts der anhaltenden Abwanderung von Christen aus der Region. Laut aktuellen Zahlen des Katholischen Zentrums in Jordanien verliessen in den vergangenen zehn Jahren etwa zwei Millionen Christen den Nahen und Mittleren Osten.

Empfang beim König

Bei seiner Ankunft am Samstagmittag wurde der Papst auf dem Rollfeld von einem Jungen und einem Mädchen in Nationaltrachten begrüsst, die ihm Sträusse mit schwarzen Schwertlilien überreichten, der Nationalblume des Landes. Im Königspalast traf er danach Abdullah II., der ihn seit der Papstwahl im März 2013 schon zweimal im Vatikan besucht hatte.

Von dort fuhr Franziskus in einem offenen Geländewagen in das Sportstadion von Amman, wo er mit 40'000 Gläubigen einen Gottesdienst feierte. Vom Wagen aus schüttelte Franziskus im Stadion Hände und segnete Kleinkinder, die ihm kurz gereicht wurden.

Papst besucht symbolträchtige Orte

Während seiner 55-stündigen Pilgerfahrt zur Wiege der Christenheit mit vielen symbolbehafteten und politisch brisanten Stationen will Franziskus 14 Reden halten. So besucht er die Orte, an denen Christus nach biblischer Überlieferung geboren, getauft, gefangengenommen und gekreuzigt wurde. Der muslimische Felsendom, die jüdische Klagemauer und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sind am Montag wichtige Reisestationen.

Um sein Eintreten für den interreligiösen Dialog zu unterstreichen, lud der Papst zwei Freunde aus Buenos Aires, einen Rabbiner und einen Islamgelehrten, ein, ihn zu begleiten. Den religiösen Höhepunkt der Reise bildet am Sonntagabend ein Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der orthodoxen Christen, Patriarch Bartholomeus I. von Konstantinopel. Mit ihm wird Franziskus in der Grabeskirche eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen und gemeinsam das Vaterunser beten.

SDA/mw

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