Zum Hauptinhalt springen

Hizbollah schwört Vergeltung für Tod eines Anführers

Beim Begräbnis skandierten Tausende Hizbollah-Anhänger Parolen gegen Israel. Sie machen Israel für einen Luftangriff mit mehreren Opfern verantwortlich.

Fiel er einem israelischen Luftangriff zum Opfer? Hizbollah-Mitglieder tragen den Sarg Samir Kantars durch die Strassen Beiruts. (21. Dezember 2015)
Fiel er einem israelischen Luftangriff zum Opfer? Hizbollah-Mitglieder tragen den Sarg Samir Kantars durch die Strassen Beiruts. (21. Dezember 2015)
Keystone

Die schiitische Hizbollah-Miliz im Libanon hat Israel Rache für den Tod ihres Mitglieds Samir Kantar geschworen. Bei Kantars Begräbnis in Beirut riefen tausende Anhänger «Tod für Israel». Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sagte in einer Fernsehansprache: «Es ist unser Recht, für das Attentat Vergeltung zu üben.» Über Ort, Art und Zeitpunkt der Rache werde Hizbollah noch entscheiden.

Ein führendes Hizbollah-Mitglied, Haschem Safieddine, drohte:«Falls die Israelis glauben, sie hätten mit dem Angriff auf Samir Kantar eine Rechnung beglichen, liegen sie falsch.» Israel sollte wissen, dass «offene Rechnungen nicht mit einer meuchlerischen Rakete» beglichen würden.

Israel bestätigt Angriff nicht

Israel hat weder bestätigt noch dementiert, etwas mit dem Luftangriff zu tun zu haben, bei dem Kantar und acht weitere Menschen am Samstag in einem Vorort von Damaskus getötet wurden. Die Hizbollah sieht Israel hinter dem Angriff. Ihr Sender Al-Manar meldete am Sonntag, zwei israelische Kampfflugzeuge hätten den syrischen Luftraum verletzt und vier Raketen auf ein Wohnhaus abgeschossen, in dem sich Kantar aufgehalten habe.

Am Sonntagabend schlugen in Nordisrael drei Raketen ein. Unklar war, ob sie von der Hizbollah abgefeuert wurden. Am Montag gab Israel bekannt, ein neues Raketenabwehrsystem fertig getestet zu haben. Die gemeinsam mit den USA entwickelte Technologie mit der Bezeichnung «Davidschleuder» wurde vor allem für die Abwehr von Mittelstreckenraketen entwickelt, wie sie die Hizbollah einsetzt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jair Ramati, sagte, die Abschlusstests hätten nichts mit den jüngsten Spannungen zu tun.

Der damals 16-jährige Kantar war 1979 nach einem tödlichen Angriff in dem israelischen Küstenort Naharija verhaftet und in Israel dreimal zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Bei dem Anschlag wurden ein israelischer Polizist sowie ein Mann und dessen zwei Kinder getötet. Kantar sass fast 30 Jahre in Haft. 2008 kam er in einem Gefangenenaustausch frei.

SDA/rre

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch