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Identität von IS-Terrorist «Jihadi John» entlarvt

Der Henker von James Foley ist entlarvt – «Jihadi John» ist ein britischer Staatsbürger, gehört zur Mittelklasse und hat studiert. Der Grund für seine Radikalisierung ist brisant.

Er ist in den Videos sofort durch seinen britischen Akzent aufgefallen: Mohammed Emwasi, besser bekannt als «Jihadi John».
Er ist in den Videos sofort durch seinen britischen Akzent aufgefallen: Mohammed Emwasi, besser bekannt als «Jihadi John».
Keystone

Der als «Jihadi John» bekannt gewordene Mann soll mehrere westliche Geiseln enthauptet haben, nun haben mehrere britische und US-Medien angeblich die Identität des Islamisten enthüllt. Bei dem Mitglied der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) handle es sich um Mohammed Emwasi, einen gebürtigen Kuwaiter, der in London aufgewachsen sei, berichteten die «Washington Post», die BBC und der «Guardian» am Donnerstag. Die Anti-Terror-Abteilung der Londoner Polizei bestätigte die Angaben mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht. Das Innenministerium wollte sich zunächst nicht äussern.

Nach Angaben der «Washington Post» bestätigten Freunde und Bekannte die Identität des mutmasslichen IS-Kämpfers, der von den Medien wegen seines britischen Akzents in Anlehnung an den Musiker John Lennon «Jihadi John» getauft wurde. Das Internationale Zentrum für Radikalisierungsstudien am Londoner King's College hält die Berichte für plausibel. Es sei anzunehmen, dass die Angaben zur Identität «korrekt» seien, teilte die Forschungseinrichtung mit.

Mittzwanziger und Computerspezialist

Dem Bericht zufolge stammt der Mittzwanziger aus einer Mittelklassefamilie und reiste nach seinem Abschluss als Computerprogrammierer um das Jahr 2012 herum nach Syrien. Er soll sich radikalisiert haben, als er nach einem Flug nach Tansania wegen Terrorverdachts festgenommen wurde. Er sei damals vom britischen Geheimdienst beschuldigt worden, auf dem Weg nach Somalia zu sein und über einen Verbindungsmann Kontakt zu der islamistischen Al-Shabaab-Miliz zu haben. Zudem sei ihm die Reise in sein Heimatland Kuwait verweigert worden. Dort wollte er nach eigenen Angaben heiraten und einen neuen Job antreten.

«Jihadi John» soll für die Ermordung der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie dreier Entwicklungshelfer aus Grossbritannien und den USA verantwortlich sein. Auch in dem Video, das die Enthauptung der japanischen IS-Geiseln Haruna Yukawa und Kenji Goto zeigt, war der vermummte IS-Kämpfer angeblich zu sehen. Die Hinrichtung der Geiseln bezeichnete der Mann als Vergeltung für den Kampf des Westens gegen den IS.

Die Videos von den Enthauptungen sorgten weltweit für Entsetzen. Im September hatte die US-Bundespolizei FBI bekannt gegeben, dass die Identität des maskierten Jihadisten geklärt sei. Weitere Einzelheiten gaben die Ermittler nicht bekannt.

AFP/rsz

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