In Senegal kommt es wieder auf die Jugend an

Das Regierungslager erklärt Senegals Präsidenten Macky Sall zum Wahlsieger.

Die Jungen legen grosse Hoffnungen in ihn: Macky Sall. (22. Februar 2019)

Die Jungen legen grosse Hoffnungen in ihn: Macky Sall. (22. Februar 2019)

(Bild: Keystone Nic Bothma)

Vor sieben Jahren skandierten die jungen Senegalesen: «Y’en a marre» – genug ist genug. Ihr Ärger richtete sich gegen den greisen Präsidenten Abdoulaye Wade mit seinem absolutistischen Machtverständnis der alten politischen Garde. Die Sicherheitskräfte reagierten auf die Proteste mit Tränengas, allerdings vergeblich. In einem Staat, in dem die Hälfte der Bevölkerung jünger als 18 Jahre ist, kann sich niemand mit fairen Mitteln an der Spitze halten, der nicht die junge Generation auf seiner Seite hat. Wade verlor sein Amt an Macky Sall – den ersten Präsidenten, der nach der Unabhängigkeit geboren ist. Er hatte damals transparente Wahlen gefordert und die Sabotageversuche seines Vorgängers als «Attentat auf die Demokratie» bezeichnet. Gerade deshalb legte das junge Volk grosse Hoffnungen in ihn.

Doch einmal selbst im Amt, entledigte Sall sich mit autoritären Methoden seiner Gegner, liess Kundgebungen verbieten, verbog Wahlkreise zu seinen Gunsten. Wie sein Vorgänger nutzte er sein Amt aus. Und gestern liess er sich, dem Protest der Opposition zum Trotz, zum Wahlsieger erklären.

Als er 2012 Präsident wurde, sagte Sall: «Macht korrumpiert.» Er sollte sich an seine Worte erinnern, denn schon einmal brachten die Jungen einen Präsidenten zu Fall, der sich mit allen Mitteln an die Macht klammerte.

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