Zum Hauptinhalt springen

In Tunesien kommt es zur Stichwahl

Favorit Béji Caïd Essebsi hat bei den Präsidentschaftswahlen die absolute Mehrheit verfehlt. Sein härtester Konkurrent liegt nur wenige Prozente zurück.

War früher Regierungschef von Tunesien: Essebsi nach der Stimmabgabe. (23. November 2014)
War früher Regierungschef von Tunesien: Essebsi nach der Stimmabgabe. (23. November 2014)
Keystone

Der 87-jährige frühere Regierungschef Béji Caïd Essebsi hat bei der ersten Runde der Präsidentenwahl in Tunesien die meisten Stimmen erhalten, muss aber in die Stichwahl. Die Wahlkommission Isie gab am Dienstag in Tunis die vorläufigen Ergebnisse bekannt.

Demnach stimmten 39,46 Prozent der mehr als fünf Millionen registrierten Wahlberechtigten für den säkularen Politikveteranen. Da Essebsi die absolute Mehrheit verfehlte, muss er sich im Dezember seinem härtesten Konkurrenten stellen. Das ist Übergangsstaatschef Moncef Marzouki, der 33,43 Prozent der Stimmen erhielt.

Insgesamt hatten sich 27 Kandidaten erfolgreich zur Wahl angemeldet. Den dritten Platz belegte Linkspolitiker Hamma Hammami mit 7,82 Prozent, gefolgt von dem konservativen Journalisten Hechmi Hamdi (5,75 Prozent) und dem liberalen Millionär Slim Riahi (5,55 Prozent). Alle anderen erreichten noch nicht einmal zwei Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,9 Prozent.

Erste freie Präsidentenwahl

Die islamistische Ennahda hatte keinen Kandidaten ins Rennen geschickt, um das Land nicht weiter zu spalten, wie die Partei vor der Abstimmung erklärte. Viele Islamisten dürften aber für Marzouki gestimmt haben und dies auch in der nächsten Runde wieder tun. Bislang war die Stichwahl für den 28. Dezember anberaumt. Inzwischen sind aber auch die beiden Sonntage davor im Gespräch.

Die Abstimmung war die erste freie Präsidentenwahl in der Geschichte des nordafrikanischen Landes. Sie soll den Übergangsprozess zur Demokratie vollenden, der nach dem Sturz von Staatschef Zine El Abidine Ben Ali im Frühjahr 2011 eingeleitet worden war. Ende Oktober hatten bereits Parlamentswahlen in Tunesien stattgefunden, bei denen Nidaa Tounès 85 der 217 Abgeordnetensitze erobern konnte.

SDA/ldc

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch