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Iran überprüft sein Urteil

Der Iran wies die weltweite Kritik am Steinigungsurteil gegen Sakineh Mohammadi Aschtiani stets als Einmischung von aussen zurück. Nun soll der Fall trotzdem neu aufgerollt werden.

Das weltweit kritisierte Steinigungsurteil gegen die Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani wird überprüft. Der Fall werde neu aufgerollt, kündigte der Sprecher des Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast, am Mittwoch im staatlichen Fernsehen an.

Nach Protesten von Regierungen und Menschenrechtsorganisationen hatte der Iran die Vollstreckung des Steinigungsurteils wegen Ehebruchs gegen die 43-Jährige bereits im Sommer suspendiert.

Einmischung von aussen

Aschtiani droht weiterhin der Tod, da sie zudem wegen Beteiligung an der Ermordung ihres Ehemanns angeklagt ist. «Ihre Strafverfolgung wegen Mittäterschaft im Mordfall läuft noch», erklärte der Sprecher.

Neben mehreren westlichen Regierungen setzen sich auch der Vatikan und zahlreiche Prominente, darunter die Gattin des französischen Staatspräsidenten, Carla Sarkozy, für die zweifache Mutter ein. Der Iran weist Kritik aus dem Ausland als Einmischung von aussen zurück.

EU-Parlament appelliert an Iran

Am Mittwoch forderte auch das EU-Parlament, der Iran solle die «grausame und unmenschliche» Praxis der Steinigung abschaffen. Mit einer überwältigenden Mehrheit setzten sich die Volksvertreter für die zum Tode durch Steinigung verurteilte Iranerin ein. Die Urteile, die gegen Sakineh verhängt wurden, sollten aufgehoben und ihr Fall umfassend überprüft werden, hiess es in der Entschliessung.

Mitte August hatte Aschtiani im Staatsfernsehen angeblich bereits ein Geständnis abgelegt. Sie räumte eine aussereheliche Beziehung zum Cousin ihres Mannes ein und sagte, sie habe ihm geholfen, ihren Ehemann 2006 zu töten.

SDA/ske

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