Irans Aussenminister tritt überraschend zurück

Mohammed Jawad Sarif gibt seinen Schritt auf Instagramm bekannt. Er hat eine wichtige Rolle beim Atomvertrag 2015 gespielt.

Noch in der letzten Woche in München offiziell im Einsatz: Irans Chefdiplomat Mohammed Jawad Sarif. (17. Februar 2019)

Noch in der letzten Woche in München offiziell im Einsatz: Irans Chefdiplomat Mohammed Jawad Sarif. (17. Februar 2019)

(Bild: Reuters Andreas Gebert)

Der iranische Aussenminister Mohammed Jawad Sarif reichte seinen Rücktritt ein. «Ich entschuldige mich für all meine Unzulänglichkeiten in den vergangenen Jahren als Aussenminister», schrieb Sarif am Montag auf Instagram.

Einen Grund für seinen Entschluss nannte er nicht. Sarif spielte eine wichtige Rolle beim Aushandeln des internationalen Atomvertrags im Jahr 2015. Nach dem Rückzug der USA aus dem Abkommen im vergangenen Mai geriet Sarif, der seit 2013 Chefdiplomat seines Landes war, vonseiten antieuropäischer Hardliner heftig unter Beschuss.

Sarif dankte der Bevölkerung und den «anerkannten Anführern» im sozialen Netzwerk für ihre Unterstützung. Der Rücktritt wurde von offizieller iranischer Seite bestätigt. Er muss jedoch noch von Präsident Hassan Rohani akzeptiert werden. Sarif leitete das Aussenministerium in Teheran während der ersten Amtszeit des als gemässigt geltenden Rohani und blieb auch nach dessen Wiederwahl im Amt.

Noch in München präsent

Mitte Februar hatte Sarif an der Münchner Sicherheitskonferenz teilgenommen, wo er die Europäer zu einem robusteren Auftreten gegenüber den USA im Streit um das Atomabkommen aufgefordert hatte. Er hatte den Verhandlungen über das Atomabkommen zum Durchbruch verholfen. Seit der einseitigen Aufkündigung durch die USA im Mai 2018 stand er unter massiver Kritik konservativer Kräfte in Teheran.

Die fünf Vetomächte des UNO-Sicherheitsrats sowie Deutschland hatten im Juli 2015 das Abkommen nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Iran geschlossen. US-Präsident Donald Trump hatte es im Mai einseitig aufgekündigt und die Wiedereinführung von Wirtschaftssanktionen gegen den Iran veranlasst. Die EU hält an dem Abkommen fest, ebenso wie China und Russland.

fal/chk/sda/afp

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