Zum Hauptinhalt springen

IS nimmt vier «religiöse Extremisten» fest

Zunehmende Spannungen im «Islamischen Staat»: Für vier Männer war Terrorchef al-Bagdadi wie alle anderen Syrer und Iraker kein richtiger Gläubiger.

Es brodelt im Herrschaftsgebiet des IS: Ein Auto bei einer IS-Fahne südlich von Kirkuk. (23. August 2014)
Es brodelt im Herrschaftsgebiet des IS: Ein Auto bei einer IS-Fahne südlich von Kirkuk. (23. August 2014)
Ako Rasheed, Keystone

Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben vier «religiöse Extremisten» festgenommen, die angeblich ihren Anführer Abu Bakr al-Bagdadi stürzen wollten. Auf jihadistischen Internetseiten wurde am Montag ein Video veröffentlicht, in dem die Festnahme «einer Zelle religiöser Extremisten» gemeldet wird, die «gegen das Kalifat zu den Waffen greifen wollte, um so die Sicherheit des Islamischen Staats durch die Vorbereitung eines Angriffs» der internationalen Militärallianz, der Freien Syrischen Armee und der syrischen Regierungstruppen zu destabilisieren.

In dem Video sind vier Männer zu sehen, die ihr Bedauern äussern, dass die IS-Miliz «nicht alle Iraker und Syrer als Ungläubige» betrachtet. Sie werfen zudem dem selbsternannten Kalifen al-Bagdadi vor, ein «Ungläubiger» zu sein, weil er Geld von Ungläubigen nehme. Die Männer sprechen Türkisch mit einem Akzent, der aserbaidschanisch sein könnte. Das Video ist nicht datiert, trägt aber das Zeichen der nordsyrischen Provinz Raka, die eine der Hochburgen der Jihadisten ist.

IS tötet angeblich hundert abtrünnige Kämpfer

Das weitere Schicksal der Männer wird nicht erklärt, doch endet das Video mit einer Koransure, wonach jene, die gegen Gott und seinen Propheten kämpfen, den Tod oder die Abtrennung von Armen und Beinen verdienen. Das Video deutet auf zunehmende Konflikte innerhalb der Jihadistenmiliz hin. Erst am Samstag hatte ein syrischer Oppositionsaktivist gesagt, in Raka habe die IS-Miliz hundert abtrünnige Kämpfer getötet. Demnach handelte es sich um Ausländer, die nach Hause zurückkehren wollten.

Die IS-Kämpfer, die im Sommer binnen weniger Wochen grosse Gebiete im Irak und Syrien in ihre Gewalt gebracht hatten, erlitten zuletzt eine Reihe von Rückschlägen. Sowohl im Süden als auch im Zentrum des Irak wurden sie von irakischen Regierungstruppen und schiitischen Milizen zurückgedrängt. Im Nordwesten gelang es zudem kurdischen Milizen, die monatelange Belagerung der Sinjar-Berge durch die IS-Miliz zu durchbrechen und grosse Gebiete wieder zurückzuerobern.

AFP/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch