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Islamisten verüben Anschlag auf Mali-Soldaten

Zwei Soldaten, die in Mali kämpfen sollten, wurden in Nigeria durch einen Sprengsatz getötet. Vermutlich steckt die extremistische Sekte Boko Haram dahinter. Derweil fordert Westafrika mehr Unterstützung von der UNO.

Erste Einheit nach Mali verlegt: Ein Soldat steht Wache während nigerianische Soldaten in Bamako landen. (17. Januar 2013)
Erste Einheit nach Mali verlegt: Ein Soldat steht Wache während nigerianische Soldaten in Bamako landen. (17. Januar 2013)

In Nigeria sind zwei für den internationalen Mali-Einsatz bestimmte Soldaten durch einen Sprengstoffanschlag getötet worden. Fünf weitere Soldaten seien durch die Explosion eines selbstgebastelten Sprengsatzes in der Stadt Okene im Zentrum des Landes verletzt worden, sagte ein Armee-Sprecher.

Der Sprengsatz sei explodiert, als der Konvoi der Soldaten vorbeigefahren sei. Generalmajor Bola Koleoso sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Soldaten gehörten zu dem Kontingent, das für den Einsatz in Mali bestimmt sei. Der General vermutete die islamisch-fundamentalistische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag. Boko Haram kämpft seit Jahren für einen islamischen Staat im Norden von Nigeria. Seit 2009 sind im Zusammenhang mit dem Aufstand der Sekte rund 3000 Menschen getötet worden.

Erste Einheit nach Mali verlegt

Am Donnerstag war eine erste Einheit von 80 nigerianischen Soldaten nach Mali verlegt worden. Sie sind Teil einer von der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas geführten Truppe. Sie sollen die malischen Streitkräfte bei dem Versuch unterstützen, den von islamischen Fundamentalisten kontrollierten Norden des Landes zurückzuerobern.

Die Mission wird unter dem Kommando des nigerianischen Generals Shehu Abdulkadir stehen und insgesamt 5800 Soldaten umfassen. Nigeria stellt innerhalb der ECOWAS mit 1200 Soldaten das grösste Kontingent.

Sofortige logistische Hilfe gefordert

Die Staats- und Regierungschefs der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas haben derweil die UNO aufgefordert, den Militäreinsatz in Mali «sofort» logistisch zu unterstützen. Auch finanzielle Hilfe für die Stationierung der Truppen in Mali werde umgehend gebraucht, heisst es in der Schlusserklärung des Ecowas-Gipfels in der Elfenbeinküste.

Seine Mitgliedsstaaten forderte das Staatenbündnis auf, die zugesagten Truppenkontingente «ohne weitere Verzögerungen» bereitzustellen. Die Ecowas will Malis Armee dabei helfen, den von Islamisten kontrollierten Norden des Landes zurückzuerobern. Die ersten 2000 Soldaten der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (Misma) sollen bis zum 26. Januar in Malis Hauptstadt Bamako eintreffen. Langfristig soll die Mission unter dem Kommando des nigerianischen Generals Shehu Abdulkadir 5800 Soldaten umfassen.

Eine Kooperation mit der französischen Eingreiftruppe ist bisher nicht geplant. Diese hat im Rahmen der «Operation Serval» bereits 2000 Soldaten in Mali, ihre Zahl soll rasch weiter auf 2500 steigen. Die Franzosen und die Misma sollen logistische Unterstützung aus den USA, Deutschland, Grossbritannien, Dänemark und Belgien erhalten. Die deutsche Bundesregierung hat zwei Transall-Transportflugzeuge nach Bamako entsandt; sie sollen auch dazu eingesetzt werden, Ecowas-Truppen aus den Nachbarländern in Malis Hauptstadt zu fliegen.

(AFP)

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