Zum Hauptinhalt springen

Italien dreht in Libyen den Ölhahn auf

Ein italienischer Erdölkonzern verkündete heute die Aufnahme der Ölproduktion in Libyen. Die Rebellen rüsten sich derweil für den finalen Sturm auf Ghadhafis Heimatstadt Sirte – mit Hilfe der Nato.

Die Ölproduktion soll langsam wieder hochgefahren werden: Brennende Ölquelle in der Nähe von Brega. (26. August 2011)
Die Ölproduktion soll langsam wieder hochgefahren werden: Brennende Ölquelle in der Nähe von Brega. (26. August 2011)
Keystone

Der italienische Erdöl- und Energiekonzern ENI hat nach eigenen Angaben in Libyen die Ölproduktion wieder aufgenommen. In 15 Anlagen werde wieder Öl gefördert, teilt der Konzern heute in Rom mit.

Derweil haben Nato-Flugzeuge heute mehrere militärische Ziele in Sirte angegriffen, der Heimatstadt des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi. Die Revolutionsstreitkräfte verstärkten unterdessen den Belagerungsring um die Stadt am Mittelmeer. Bislang sind ihre Versuche, die Stadt einzunehmen, gescheitert. Am Sonntag waren Nato-Flugzeuge den Streitkräften im Kampf um die symbolträchtige Stadt zu Hilfe gekommen.

Zahlreiche Übernahmeversuche von Sirte

Nach Reuters-Informationen feuerten sie Bomben auf den Geburtsort des langjährigen Machthabers Muammar al-Ghadhafi ab. Der Übergangsrat versucht seit einiger Zeit eine der letzten Bastionen Gaddafis einzunehmen. Dessen Anhänger leisten in Sirte heftigen Widerstand.

Die Einnahme der Stadt würde den Ruf der Übergangsregierung festigen und zugleich einen schweren Rückschlag für al-Ghadhafi bedeuten. Kämpfer der Übergangsregierung warfen Ghadhafis Gefolgsleuten vor, die Flucht von Einwohnern Sirtes zu verhindern. Die Menschen würden als menschliche Schutzschilde missbraucht. Humanitäre Lage soll sich verbessert haben

Die UNO spricht von einer raschen Verbesserung der humanitären Lage in Libyen. Um neue Opfer zu vermeiden hofft der UNO Koordinator für humanitäre Angelegenheiten auf eine baldige und friedliche Lösung in den umkämpften Städten Sirte und Bani Walid.

Die Libyer hätten selbst viel zur Lösung der Probleme im humanitären Bereich beigetragen, sagte Panos Moumtzis in Genf. Der Verantwortliche der humanitären Aktionen der UNO in Libyen sprach von einem «sehr positiven und ermutigenden Geist der Zusammenarbeit».

Im Moment beschäftigen die UNO vor allem noch die rund 26'000 Flüchtlinge aus Bani Walid und Sirte. Momentan würden die meisten von der lokalen Bevölkerung unterstützt.

Für die nächsten Monaten gilt die grösste Sorge aber nach Angaben von Moumtzis den Minen und nicht explodierten Sprengsätzen. Auch der Schutz der Ausländer im Land müsse geregelt werden.

50'000 Kriegsverletzte

Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht die Behandlung der rund 50'000 Kriegsverletzten im Vordergrund. Viele werden für immer eine Behinderung davon tragen und auf internationale Hilfe angewiesen sein, hiess es von Seiten der WHO. Eine erste Lieferung von Medikamenten erreichte Tripolis am 18. September.

Von den bisher 1,5 Milliarden Dollar freigegebenen Libyen-Geldern soll ein Teil ebenfalls für die Verbesserung der humanitären Situation eingesetzt werden. Nach Angaben von Moumtzis könnten erst einmal 120 Millionen Dollar für die Bereiche Gesundheit, Trinkwasser, Nahrungsmittel und die Entschärfung von Minen eingesetzt werden.

dapd/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch