König Bhumibols Zustand dramatisch verschlechtert

Zahlreiche Thailänder bangen um den 88-Jährigen. Sein Gesundheitszustand scheint ernst zu sein. Bhumibols Tod könnte das Land in eine schwere Krise stürzen.

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Der Gesundheitszustand des thailändischen Königs Bhumibol hat sich nach Angaben des Königshauses dramatisch verschlechtert. Der 88-Jährige sei an ein Atemgerät angeschlossen worden und müsse sich einer Nierenersatztherapie unterziehen, erklärte heute das Königshaus. Ausserdem bekomme er Antibiotika.

Bluttests hätten gezeigt, dass Bhumibol eine Infektion habe und dass seine Leber nicht mehr richtig arbeite. Insgesamt sei der Zustand des Königs «weiterhin instabil». Viele Thailänder riefen im Internet dazu auf, für den König zu beten.

Beten für den König

Vor dem Siriraj-Spital in Bangkok versammelten sich Frauen, die in der Farbe Pink, die Glück bringen soll, für den König beteten. «Anscheinend geht es ihm diesmal schlechter», sagte die 58-jährige Somchit Naravichit mit Tränen in den Augen.

Bhumibol gilt in dem politisch tief gespaltenen Land als eine der wenigen einenden Kräfte. Die Sorge um seine Gesundheit geht mit der Sorge um Thailands Stabilität einher.

Börse bricht ein

Der Chef der regierenden Militärjunta, General Prayut Chan-O-Cha, hatte zuvor einen Besuch in der Provinz Chonburi abgebrochen, um nach Bangkok zurückzukehren. Daraufhin brachen die Börsenkurse zunächst ein, bevor sie sich wieder leicht erholten.

Bhumibol wurde seit fast einem Jahr nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Im Juni hatte er sich einer Herzoperation unterziehen müssen. Debatten über seine Nachfolge sind durch drakonische Gesetze verboten.

Seit 1946 im Amt

König Bhumibol ist der dienstälteste Monarch der Welt: Er ist zwar zwei Jahre jünger als die britische Königin Elizabeth II., hat den Thron dafür aber schon sechs Jahre vor ihr bestiegen, nämlich am 9. Juni 1946 im Alter von 18 Jahren.

Zwar hat Bhumibol formal keine politische Macht, viele Untertanen verehren ihn aber fast wie eine Gottheit, zudem gilt er als Garant für die Einheit des Landes.

nag/AFP

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