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Kreuzritter Wladimir

Moskau-Korrespondent Klaus-Helge Donath über die russische Intervention in Syrien.

Wladimir Putin ist ein Meister der Selbstdarstellung. Zu Hause ist der Kreml-Chef unangefochten die Nummer eins. Selbst im Westen wird er bewundert. Jetzt tritt er auch noch in Syrien den Siegeszug an. Entschlossen, skrupellos – so wie es die Mehrheit der Russen von ihrem Präsidenten auch erwartet. Dass er in Syrien in Windeseile Militärstützpunkte aus dem Boden stampfte und den zaudernden Amerikanern riet, Kampfjets auf dem Boden zu halten, kommt beim heimischen Publikum bestens an.

Der Kreml-Chef ist ein talentierter Illusionskünstler, dem es gelang, den Bürgern den Stolz und den Glauben an Russlands weltbeherrschende Rolle zurückzugeben. Als stünde das Supermacht-Revival unmittelbar bevor. Dabei steht es um Moskau gar nicht zum Besten. Als Modernisierer des Reiches tat sich der Kreml-Herrscher nicht hervor. Vielmehr reagiert Putin mit dem Engagement in Syrien wie seine kommunistischen und zaristischen Vorgänger. Auch sie versuchten, wirtschaftliche Krisen durch territoriale Ausdehnung, Militarismus und erhöhte Rohstoffausbeutung zu meistern.

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