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Lockerbie-Attentäter könnte noch Jahre leben

Der krebskranke Abdelbasset Ali Mohammed al-Megrahi könnte laut einem Zeitungsbericht noch zehn Jahre oder länger leben – entgegen dem damaligen ärztlichen Gutachten, das zu seiner Entlassung beitrug.

Schwer krank: Megrahi am 9. September 2009, umgeben von seinen Ärzten.
Schwer krank: Megrahi am 9. September 2009, umgeben von seinen Ärzten.
Keystone

Der Mediziner Karol Sikora, der dem Libyer im vergangenen Sommer noch eine Lebensdauer von rund drei Monaten bescheinigt hatte, bezeichnete seine Prognose gegenüber der britischen «Sunday Times» als beinahe «beschämend», Weiter sagte der Professor de Zeitung: «Obwohl es sehr ungewöhnlich wäre, gab es immer die Chance, dass er noch zehn oder 20 weitere Jahre leben könnte.»

Sikora sagte weiter, die libyschen Behörden hätten ihm verdeutlicht, dass es die Entlassungschancen Megrahis erhöhe, wenn er ihm eine Lebensdauer von nur noch wenigen Monaten bescheinigen würde. «Es war klar, dass sie auf die kritischen drei Monate anspielten.» Dem Bericht zufolge wurde die Einschätzung zweier weiterer Experten nicht berücksichtigt, die von einer Lebensdauer Megrahis von noch rund 19 Monaten ausgingen. Sikora beteuerte, nicht unter Druck gesetzt worden zu sein. «Die Wahrscheinlichkeit, dass er in drei Monaten sterben würde, lag bei 50 Prozent.»

Die schottische Regierung hatte mit ihrer Entscheidung, den schwer krebskranken Megrahi aus humanitären Gründen begnadigt, vor gut einem Jahr eine lebhafte internationale Debatte ausgelöst. Megrahi ist der einzige Attentäter, der wegen des 1988 verübten Anschlags auf ein US-Linienflugzeug über dem schottischen Lockerbie verurteilt wurde. Bei dem Anschlag starben damals 270 Menschen. Anfang September 2009 zeigte sich Megrahi erstmals seit seiner Freilassung in der Öffentlichkeit. Er sass im Rollstuhl und machte einen sehr kranken Eindruck.

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