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Massenvergewaltigung: Die UNO hat versagt

Anfang August wurden in der Demokratischen Republik Kongo innert weniger Tage 242 Frauen und Kinder von Rebellen vergewaltigt. Die UNO übt sich in Selbstkritik.

In Deutschland kommt es zum Prozess wegen der Kriegsverbrechen im Kongo: Kämpfer einer Rebelleneinheit warten in Goma.
In Deutschland kommt es zum Prozess wegen der Kriegsverbrechen im Kongo: Kämpfer einer Rebelleneinheit warten in Goma.
Keystone
In der Kritik: UN-Blauhelmsoldaten im Kongo.
In der Kritik: UN-Blauhelmsoldaten im Kongo.
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Nach Massenvergewaltigungen in der Demokratischen Republik Kongo haben die Vereinten Nationen Fehler eingeräumt. Zwar liege die Sicherheit der dortigen Bevölkerung vor allem in Händen der Regierung des Landes, das im Kongo stationierte UNO-Blauhelmkontingent sei aber «gleichfalls gescheitert», sagte der stellvertretende Generalsekretär für UNO-Friedensmissionen, Atul Khare, in New York. «Unser Handeln war nicht angemessen.» Khare versprach nun mehr Patrouillen und Kontrollen durch UNO-Blauhelmsoldaten in dem Gebiet.

In Osten der Demokratischen Republik Kongo wurden laut UNO binnen vier Tagen Ende Juli und Anfang August 242 Frauen und Kinder vergewaltigt. Khare machte die Rebellen der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) und örtliche Milizen für die Vergewaltigungen verantwortlich.

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zeigten sich am Dienstag empört über die Übergriffe. Die USA erklärten zu prüfen, ob sie bei den Vereinten Nationen Sanktionen gegen Führer von beteiligten Milizen beantragen werden.

«Kultur sexueller Gewalt»

Khare berichtete von weiteren 260 Vergewaltigungen in anderen Teilen der Provinzen Nord- und Süd-Kivu im Laufe des August. Darunter seien Kinder im Alter von noch nicht einmal sieben Jahren gewesen. Khare warnte vor einer wachsenden «Kultur sexueller Gewalt» in der Region, in der rivalisierende Gruppen um die Kontrolle von Gold- und Mineralienvorkommen kämpfen. Die UNO hatte ihre Blauhelm-Mission im Kongo im Mai um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2011 verlängert. Sie ist seit 1999 in dem Land vertreten.

AFP/jak

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