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Mehr Tote nach Rückzug der UNO-Beobachter aus Syrien

Ohne die Präsenz der UNO-Militärbeobachter hat sich der blutige Konflikt in Syrien noch einmal verschärft. Auch die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung wird immer desolater.

Der Bürgerkrieg ist in vollem Gang: Das Videostandbild zeigt laut dem oppositionellen Shaam News Network Panzer und Soldaten bei Daraa. (Veröffentlicht am 18. Juni 2012)
Der Bürgerkrieg ist in vollem Gang: Das Videostandbild zeigt laut dem oppositionellen Shaam News Network Panzer und Soldaten bei Daraa. (Veröffentlicht am 18. Juni 2012)
Keystone

In Syrien sind gestern laut Angaben von Aktivisten 83 Menschen von den Truppen des Regimes getötet worden. Unter den Toten seien elf Kinder. Die meisten Opfer habe es in Duma im Umland von Damaskus gegeben, hiess es.

Ein Regimegegner in der syrischen Hauptstadt sagte, viele Verletzte und Leichen hätten noch nicht geborgen werden können. «Wegen der andauernden Bombardierung ist es bisher niemandem gelungen, mögliche Überlebende zu bergen, die noch unter den Trümmern liegen.»

Die unbewaffneten UNO-Militärbeobachter waren in der vergangenen Woche selbst attackiert worden. Daraufhin hatten sie ihre Aktivitäten in Syrien für unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Regierung: Evakuierungen möglich

Im Bezirk Deir Baalba in Homs fanden Gegner des Regimes von Präsident Bashar al-Assad sechs Leichen von Unbekannten. Neue Gefechte wurden aus der Stadt Deir as-Saur gemeldet. Die syrische Regierung erklärte sich indes bereit, Zivilisten aus der umkämpften Stadt Homs ohne Vorbedingungen in Sicherheit zu bringen. Das Aussenministerium erklärte am Dienstag nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur SANA, «bewaffnete Terroristen» hätten bisher eine Evakuierung behindert, die mit der UNO-Beobachtermission und den örtlichen Behörden abgestimmt worden sei.

UNO-Missionschef Robert Mood hatte am Sonntag gefordert, dass die Konfliktparteien eine Evakuierung von Frauen, Kindern und Kranken aus den umkämpften Gebieten ermöglichen. In Homs sind nach Angaben von Aktivisten rund 1000 Familien eingeschlossen.

Wirtschaftliche Probleme

Auch wirtschaftlich wird es in Syrien langsam schwierig. Geldwechsler dürfen an jeden Bürger noch maximal Devisen im Wert von 2000 US-Dollar ausgeben. Das hat dazu geführt, dass vermögende Syrer ihren Landsleuten Geld geben, wenn sie für sie Geld wechseln gehen.

Wer ein Flugticket vorweisen kann, darf lokale Währung im Wert von 10'000 Dollar tauschen. Allerdings herrscht ein Reiseverbot für hochrangige Beamte und mutmassliche Regimegegner wagen sich ohnehin nicht mehr zum Flughafen oder an einen der Grenzübergänge. Das syrische Pfund hat seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 gegenüber dem Dollar 45 Prozent seines Wertes eingebüsst.

SDA/rub

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