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Milizionäre erobern Ölfelder im Jemen

Die Huthi-Rebellen trotzen den saudischen Luftschlägen: Sie bringen eine Stadt und deren umliegende Ölfelder unter ihre Kontrolle.

Protest gegen die saudischen Luftschläge: Huthi-Rebellen und deren Unterstützer demonstrieren in Sanaa gegen die Angriffe der Allianz. (5. April 2015)
Protest gegen die saudischen Luftschläge: Huthi-Rebellen und deren Unterstützer demonstrieren in Sanaa gegen die Angriffe der Allianz. (5. April 2015)
Reuters

Die schiitischen Huthi-Rebellen haben die südjemenitische Stadt Atak und die umliegenden Ölfelder unter ihre Kontrolle gebracht. Der Vorstoss erfolgte trotz saudiarabischer Luftangriffe gegen die Huthis, berichteten Augenzeugen.

Demnach stiessen die Rebellen in Atak auf keinen Widerstand. Die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt der Provinz Schabwa waren dem 2012 abgetretenen Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh treu geblieben.

Saleh-treue Armee-Verbände dürften landesweit für die militärischen Erfolge der Huthis ausschlaggebend sein. Mit der Eroberung von Atak vermochten die aus dem Norden stammenden Rebellen ihre Position im Südjemen zu festigen.

Derzeit greifen sie die südliche Metropole Aden an, die von Anhängern des ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi verteidigt wird. Eine von Saudiarabien geführte lokale Allianz bombardiert seit mehr als zwei Wochen Stellungen der Huthis aus der Luft und von der See aus.

Die USA unterstützen den Militäreinsatz gegen die Huthis. Aussenminister John Kerry hat den Iran davor gewarnt, weiter die Rebellen zu unterstützen. Der Iran müsse begreifen, «dass die USA nicht zusehen werden, wie die Region destabilisiert wird oder wie Leute über internationale Grenzen hinweg in anderen Ländern offen Krieg führen», sagte Kerry dem US-Fernsehsender PBS. «Jede Woche» kämen Flugzeuge aus dem Iran in den Jemen. «Wir wissen das», sagte Kerry. Derweil forderte der iranische Präsident Hassan Rohani einen Waffenstillstand im Jemen.

Luftschlag der Koalition (Quelle: Spanews/Instagram; Storyful; 8. April 2015)

Der Jemen ist kein bedeutender Ölproduzent. Die vorhandenen Vorkommen deckten allerdings in der Vergangenheit bis zu 75 Produzent der Staatseinnahmen des ärmsten Landes der arabischen Halbinsel.

Wegen der Unruhen und des Bürgerkriegs ist die Ölproduktion jedoch stark zurückgegangen. Sie beträgt heute knapp 100'000 Barrel pro Tag (ein Barrel sind 159 Liter). Vor 2011 hatte sie das Drei- bis Vierfache ausgemacht.

SDA/spu

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