Mindestens 18 Tote bei Anschlag auf Lokal

Mutmassliche Jihadisten haben in der Hauptstadt von Burkina Faso das Feuer auf Gäste eines Lokals eröffnet. Unter den Opfern sind mehrere Ausländer.

Nach dem Anschlag: Die Armee im Kampf gegen die mutmasslichen Jihadisten. (Video: Tamedia/AFP)

Bei einem mutmasslich islamistisch motivierten Anschlag auf ein Restaurant in Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Burkina Faso, sind nach Regierungsangaben mindestens 18 Menschen getötet und ein Dutzend weitere verletzt worden. Unter den Toten seien mehrere Ausländer, darunter ein Franzose, ein Türke und eine Kanadierin.

Weiter wurden zwei Kuwaiterinnen, ein Libanese, ein Nigerianer und ein Senegalese getötet, wie ein Sprecher des Aussenministeriums in Ouagadougou mitteilte.

Die Identität von drei weiteren Opfern stand am Abend noch nicht fest. Gemäss dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lagen zunächst keine Informationen über Schweizer Opfer vor.

Zwei Angreifer wurden getötet

Nach Berichten von Augenzeugen hatten drei Angreifer am Sonntagabend das Feuer auf Gäste des bei Ausländern beliebten Lokals «Café Istanbul» eröffnet. Anschliessend verschanzten sie sich in dem Gebäude, möglicherweise mit Geiseln.

Der Einsatz der Sicherheitskräfte gegen die Angreifer wurde nach Angaben von Informationsminister Remis Dandjinou heute am frühen Morgen beendet. Einheiten von Polizei und Armee lieferten sich bis in die frühen Morgenstunden heftige Schusswechsel mit den Angreifern, die mit automatischen Waffen um sich feuerten.

Die Gebäude rund um den Tatort wurden weiter durchsucht. Bei dem rund siebenstündigen Feuerwechsel wurden zwei Angreifer getötet und drei Sicherheitsbeamte verletzt - einer davon schwer.

Die Regierung sprach von einem «Terroranschlag». Der Präsident von Burkina Faso, Roch Marc Christian Kaboré, verurteilte die Tat über den Kurzbotschaftendienst Twitter als «abscheuliche Attacke, die Ouagadougou in Trauer versetzt». Er kündigte ausserdem an, sein Land werde sich dem Terrorismus widersetzen.

Verschärfung der Reisehinweise

Der französische Präsident Emmanuel Macron und die Regierung in Ankara verurteilten den Angriff. Mehrere Länder verschärften als Reaktion die Reisehinweise für Burkina Faso, das westafrikanische Land am Rand der Sahelzone. Das Aussendepartement (EDA) in Bern warnt, im ganzen Land bestehe die Gefahr von terroristischen Angriffen.

Das Aussenministerium in Paris rief französische Bürger in Ouagadougou dazu auf, die Gegend rund um den Tatort zu meiden. Auch die deutsche Regierung verurteilte den tödlichen Überfall scharf.

Der Tatort liegt nur rund 200 Meter vom Café «Cappuccino» entfernt, auf das Anfang 2016 ein Anschlag militanter Islamisten verübt worden war. Damals waren 30 Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Schweizer; knapp 70 Menschen wurden verletzt.

Zur Tat hatte sich damals die Terrororganisation al-Qaida im Islamischen Maghreb bekannt. Der Tathergang damals ähnelte jenem des Anschlags vom Sonntag.

  • loading indicator

chk/AP/AFP/DAPD

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt