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Mit 15'000 Rebellen gegen IS

Laut US-Generalstabschef Martin Dempsey reichen Luftangriffe allein nicht aus, um die IS-Kämpfer in Syrien zu besiegen. Er schlägt deshalb die Ausbildung einer schlagkräftigen syrischen Rebellentruppe am Boden vor.

Mit ihrer Hilfe soll der Osten von Syrien zurückerobert werden: Kämpfer der Free Syrian Army.
Mit ihrer Hilfe soll der Osten von Syrien zurückerobert werden: Kämpfer der Free Syrian Army.
Keystone

Im Kampf gegen die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) ist im Osten Syriens nach Einschätzung der US-Armee eine syrische Rebellentruppe von bis zu 15'000 Mann notwendig. Die Schätzungen reichten von 12'000 bis 15'000 Kämpfern, sagte US-Generalstabschef Martin Dempsey im Pentagon.

Diese Truppenstärke sei nötig, um verlorenes Gebiet im Osten Syriens zurückzuerobern. Der Aufbau einer schlagkräftigen Rebellentruppe am Boden sei ein wichtiger Bestandteil des US-geführten Kampfes gegen die IS-Extremisten, sagte Dempsey. Luftangriffe allein reichten nicht aus, um die Gruppe zu besiegen. Für den Aufbau der Infanterie werde auf die Unterstützung der moderaten syrischen Opposition gesetzt.

Der US-Kongress hatte in der vergangenen Woche einem Plan von Präsident Barack Obama zugestimmt, der die Ausbildung und Bewaffnung von bis zu 5000 moderaten syrischen Rebellen im Kampf gegen IS vorsieht. Washington sei aber schon vorher klar gewesen, dass 5000 Kämpfer nicht genug seien, sagte Dempsey.

Neue US-Angriffe

Die USA und ihre arabischen Verbündeten haben derweil ihre gezielten Luftangriffe auf Ölraffinerien in den Händen von Jihadisten in Syrien fortgesetzt. Nach Angaben des Pentagon wurden ausserdem erneut Stellungen der Miliz Islamischer Staat (IS) im benachbarten Irak angegriffen. Laut dem US-Verteidigungsministerium zerstörte die Luftwaffe vier Panzer der Jihadisten in Syrien sowie mehrere Fahrzeuge und Stellungen des IS im nordirakischen Kirkuk und westlich von Bagdad.

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte konzentrierten sich die Bombardierungen am Donnerstagabend und Freitagmorgen ausserdem auf Ölanlagen und Kommandozentralen des IS in den syrischen Regionen Deir Essor im Osten und und Hassaka im Norden des Landes.

Ölanlagen weiterhin im Visier

Die Verbündeten hatten am Dienstag mit Luftangriffen auch in Syrien begonnen und in der Nacht zum Donnerstag dabei gezielt Ölanlagen ins Visier genommen.

Experten gehen davon aus, dass der IS jeden Tag aus dem Verkauf von Öl Einnahmen von bis zu drei Millionen Dollar erzielt. Seit dem Beginn der Angriffe in Syrien wurden laut der Beobachtungsstelle mehr als 140 Dschihadisten getötet. Die US-Armee greift seit Anfang August IS-Stellungen im Irak an.

IS-Granaten schlagen in Türkei ein

Bei der Offensive der Extremistenmiliz IS gegen die Kurden in Nordsyrien sind Zeugen zufolge zwei Granaten der Extremisten auf türkischem Gebiet eingeschlagen. Die Geschosse gingen am Freitag in einem Weingut nieder. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht.

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versuchen, die syrische Grenzstadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane) einzunehmen und damit von ihnen beherrschte Gebiete zu verbinden. Dabei konnten sie Fortschritte erzielen: Offenbar eroberten sie einen Hügel in der Nähe der Stadt, den die Kurdenmiliz YPG für Angriffe genutzt hatte.

Auf türkischer Seite war Artillerie- und Maschinengewehrfeuer zu hören. «Wir haben Angst. Wir setzen uns ins Auto und fahren heute weg», sagte der Weingutbesitzer Hüseyin Türkmen.

Erdogan reagiert

Die Türkei zögert bislang, sich am internationalen Kampf gegen den IS zu beteiligen. Hintergrund ist zum Teil der Konflikt zwischen der Regierung in Ankara und der Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Sie kämpfte drei Jahrzehnte lang für mehr Rechte der Minderheit.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat nun aber einen Kurswechsel angekündigt. «Unsere Position hat sich nun geändert. Was folgt, ist etwas vollkommen anderes», sagte Erdogan am Freitag auf dem Rückflug von der UNO-Generaldebatte in New York. Ohne Details zu nennen, sagte Erdogan, das Parlament werde am 2. Oktober die «notwendigen Schritte» unternehmen.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei steigt weiter an. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Freitag, seit Beginn der Grenzöffnung eine Woche zuvor seien 160'335 Menschen aus der Region Ain al-Arab in die Türkei geflohen.

SDA/ldc

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