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Mubarak-Gegner drohen mit Lynchjustiz

Demonstranten vor dem Gericht, wo Hosni Mubarak der Prozess gemacht wird, drohten dem ägyptischen Ex-Präsidenten mit dem Tod. Vor einer weiteren Wahl-Etappe ist es auch zu erneuter Gewalt gekommen.

Heute wurde in Kairo der Prozess gegen den 83 Jahre alten ehemaligen Machthaber Hosni Mubarak, seine beiden Söhne, Ex-Innenminister Habib al-Adli und sechs weitere Angeklagte fortgesetzt. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, sie hätten die tödlichen Schüsse auf Demonstranten während der Anti-Mubarak-Proteste im vergangenen Januar und Februar veranlasst. Der Richter setzte für diese Woche drei weitere Prozesstage an, um die Plädoyers zu hören.

Die Nachrichtenwebsite «Al-Ahram online» meldete, Angehörige der getöteten Demonstranten, die vor dem Gerichtsgebäude protestierten, hätten damit gedroht, Mubarak und Al-Adli selbst hinzurichten, falls sie nicht zum Tode verurteilt werden sollten.

Brandanschlag auf Parteibüro

Vor Beginn der letzten Etappe der ägyptischen Parlamentswahl ist es heute erneut zu Ausschreitungen gekommen. Unbekannte setzten ein Parteibüro in der Provinz Al-Gharbija in Brand. Das ägyptische Nachrichtenportal «youm7» meldete, das Büro der von jungen «Revolutionären» gegründeten Al-Adl-Partei in der Ortschaft Kafr al-Sajat sei heute Morgen durch eine Brandbomben-Attacke zerstört worden. Al-Gharbija ist eine von neun Provinzen, in denen an diesem Dienstag und Mittwoch die Abgeordneten des ersten Parlaments nach der Entmachtung von Mubarak gewählt werden.

In den anderen 18 Provinzen waren die Menschen bereits im November und Dezember zur Wahl gegangen. Die Muslimbruderschaft hatte in der ersten und zweiten Etappe des Urnengangs die meisten Stimmen erhalten, gefolgt von der radikal-islamischen Partei des Lichts. Liberale Parteien hatten das Nachsehen.

Der Oberste Militärrat, der das Land seit Mubaraks Abgang im vergangenen Februar kontrolliert, hatte am Sonntag beschlossen, die Wahl zur zweiten Kammer (Schura-Rat) abzukürzen. Die Wahl, die am 29. Januar beginnen wird, soll in zwei statt drei Etappen stattfinden und am 22. Februar enden.

(SDA)

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