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Obama und Putin sprechen sich militärisch ab

Die USA und Russland wollen «Unfälle am Himmel» vermeiden und nähern sich im Syrien-Konflikt an. Geheimdienst-Informationen teilt man hingegen nicht.

Als «freundlicher und professioneller Austausch» wird das Gespräch vom 1. Oktober zwischen den beiden Staatenlenkern beschrieben: Barack Obama und Wladimir Putin beim UNO-Gipfel in New York. (28. September 2015)
Als «freundlicher und professioneller Austausch» wird das Gespräch vom 1. Oktober zwischen den beiden Staatenlenkern beschrieben: Barack Obama und Wladimir Putin beim UNO-Gipfel in New York. (28. September 2015)
Mikhail Klimentyev, Keystone
Reichen sich die Hände: Für die Medien posieren die beiden Staatschefs mit einem Händedruck, bevor sie sich zu bilateralen Gesprächen zurückziehen. (28. September 2015)
Reichen sich die Hände: Für die Medien posieren die beiden Staatschefs mit einem Händedruck, bevor sie sich zu bilateralen Gesprächen zurückziehen. (28. September 2015)
AP
Die Aussenminister Sergei Lawrow (links) und John Kerry (rechts) unterhalten sich mit Wladimir Putin. (28. September 2015)
Die Aussenminister Sergei Lawrow (links) und John Kerry (rechts) unterhalten sich mit Wladimir Putin. (28. September 2015)
Reuters
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Die USA und Russland haben sich zur Vermeidung von Missverständnissen ihrer Streitkräfte in Syrien auf militärischer Ebene abgesprochen. Es habe einen «freundlichen und professionellen Austausch» gegeben, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook.

Nach Angaben des Weissen Hauses drehte sich das einstündige Gespräch darum, dass im Bürgerkrieg internationale Regeln eingehalten und die üblichen Kommunikationskanäle genutzt würden.

Warnung vor «willkürlichen Angriffen»

Der Austausch von Geheimdienst-Informationen sei aber nicht geplant, sagte Cook. Ziel sei, «eine Art von Unfall am Himmel» zu vermeiden. «Das bedeutet nicht, dass wir dulden, was Russland getan hat.»

Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest warnte zugleich vor «willkürlichen» Angriffen, die den Krieg verlängern und Moskau tiefer in den Konflikt hineinziehen könnten.

Der Westen hatte Russland nach den am Mittwoch begonnenen Luftangriffen vorgeworfen, dass auch moderate Kräfte und Zivilisten Opfer russischer Bombenangriffe in Syrien geworden seien. Russland weist dies zurück und geht nach eigener Darstellung mit Kampfflugzeugen gegen Terroristen vor.

Russland kritisiert «westliche Propaganda»

Das russische Militär greife aber nicht nur die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an, sondern auch andere Gruppen, räumte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau ein. Es gebe eine Liste mit Organisationen, die bekämpft werden sollen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Konkrete Namen nannte er nicht.

Kreml-Chef Wladimir Putin bezeichnete westliche Berichte über den Tod von Zivilisten bei den russischen Attacken als feindliche Propaganda. «Die ersten Informationen darüber waren schon aufgekommen, bevor unsere Kampfflieger in den Himmel gestiegen waren», sagte der Präsident.

Treffen in Paris

Zu einem weiteren Gespräch kam es in Frankreich. Staatschef François Hollande und der russische Präsident Wladimir Putin haben über den Umgang mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad gesprochen. Die beiden hätten sich bei einem Treffen im Pariser Élyséepalast bemüht, «die Differenzen beim Thema des politischen Übergangs in Syrien zu überbrücken», hiess es aus französischen Diplomatenkreisen.

Frankreich bezeichnet Assad als Hauptverantwortlichen des blutigen Bürgerkriegs in Syrien und fordert einen Machtwechsel. Russland sieht Assad dagegen als Anker der Stabilität.

SDA/dia

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