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Papst schickt Delegation nach Syrien

Der Vatikan mischt sich in den Syrienkonflikt ein: Papst Benedikt will nächste Woche eine Delegation in das umkämpfte Land senden. Derweil zieht Assad zum islamischen Opferfest eine Waffenruhe in Betracht.

Die Katholische Kirche will kein «stiller Beobachter» bleiben: Papst Benedikt XVI. in Vatikanstadt. (14. Oktober 2012)
Die Katholische Kirche will kein «stiller Beobachter» bleiben: Papst Benedikt XVI. in Vatikanstadt. (14. Oktober 2012)
Reuters

Papst Benedikt XVI. schickt in den kommenden Tagen eine Delegation nach Syrien. Der Papst wolle auf diese Weise «seine brüderliche Solidarität mit der ganzen Bevölkerung» Syriens zum Ausdruck bringen, erklärte Kardinal Tarcisio Bertone heute Abend im Rundfunksender Radio Vatikan.

Die Katholische Kirche könne angesichts der syrischen «Tragödie» kein «stiller Beobachter» bleiben, sagte Bertone weiter. Die Lösung der Krise könne nur eine politische sein. Die Delegation werde deshalb alle Syrer ermutigen, die eine Beilegung des Konflikts unter Einhaltung der Menschenrechte anstrebten.

Breite Unterstützung

Die Initiative des Papstes werde von allen Bischöfen unterstützt, sagte Bertone. Die Delegation könne «wahrscheinlich» schon in der kommenden Woche nach Syrien reisen.

Ihr sollen unter anderem der für seine Friedenspolitik im Kongo renommierte Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, der Beauftragte des Vatikan für den interkonfessionellen Dialog, Jean- Louis Tauran, New Yorks Erzbischof Timothy Dolan und der «Aussenminister» des Vatikan, Dominique Mamberti, angehören.

Waffenruhe zum Opferfest

In Damaskus äusserte sich ein Sprecher des Aussenministeriums zum Vorschlag des internationalen Sondergesandten für Syrien, Lakhdar Brahimi, zum islamischen Opferfest eine Waffenruhe in Syrien auszurufen. Die syrische Führung sei «bereit», diese Möglichkeit zu betrachten, sagte Jihad Makdisssi der Nachrichtenagentur AFP. Voraussetzung sei, dass die Länder, die die Aufständischen unterstützten, die Waffenruhe ebenfalls respektierten.

Brahimi war in den vergangenen Tagen in Saudiarabien und der Türkei, deren Regierungen den Aufstand in Syrien unterstützen. Bei einem Besuch im Iran, dessen Führung mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündet ist, hatte Brahimi Teheran gebeten, ihn bei der Durchsetzung einer Waffenruhe während des Opferfestes zu unterstützen. Eid al-Adha wird zum Höhepunkt der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka gefeiert. In diesem Jahr beginnt das dreitägige Opferfest am 26. Oktober.

Die USA forderten Syriens Nachbarländer zur sorgfältigen Beobachtung ihres Luftraums auf. Washington unterstütze die Entscheidung der Türkei, gegen die vermutete Verletzung ihres Luftraums durch eine aus Moskau stammende syrische Passagiermaschine vorzugehen, sagte Aussenamtssprecherin Victoria Nuland. Die syrische Maschine war am Mittwoch vergangener Woche zur Landung in Ankara gezwungen worden. Nach türkischen Regierungsangaben wurden an Bord Rüstungsgüter für Damaskus gefunden.

SDA/wid

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