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Paris bietet Nigeria Sondereinheit an

Um die über 200 entführten Mädchen in Nigeria aufzuspüren, engagiert sich jetzt auch Frankreich.

Die Mädchen sollen zum Islam konvertiert sein, sagt Boko Haram: Videostill einer Botschaft der Terrororganisation. (12. Mai 2014)
Die Mädchen sollen zum Islam konvertiert sein, sagt Boko Haram: Videostill einer Botschaft der Terrororganisation. (12. Mai 2014)
Reuters
Kämpfen seit Monaten für die Freilassung der über 200 Mädchen: Demonstranten werden in Abuja von Polizisten zurückgehalten.
Kämpfen seit Monaten für die Freilassung der über 200 Mädchen: Demonstranten werden in Abuja von Polizisten zurückgehalten.
Reuters
Der Entführungsfall schlägt in Nigeria hohe Wellen: Eine Aktivistin protestiert für den besseren Schutz junger Frauen.
Der Entführungsfall schlägt in Nigeria hohe Wellen: Eine Aktivistin protestiert für den besseren Schutz junger Frauen.
Reuters
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Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius kündigte an, Nigeria eine «mit allen Mitteln ausgerüsteten Spezialeinheit» für die Suche nach den Mädchen anzubieten. Zudem sagte der Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, Frankreich lasse bis mindestens im Herbst rund 2000 Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik. Mit dem Schritt soll das Terroristennetzwerk Boko Haram in Schach gehalten werden. Die französischen Soldaten würden in der Zentralafrikanischen Republik bleiben, weil kein Sicherheitsvakuum entstehen dürfe, «von dem Boko Haram profitieren könnte», sagte Le Drian.

Die nigerianische Polizei setzte eine Belohnung in Höhe von umgerechnet 215'000 Euro für Informationen aus, die zur Befreiung der Schülerinnen führen.Bereits zuvor hatten die USA ihre Hilfe angeboten. Washington reagierte auf das schockierende Verbrechen und schickt erste Polizei- und Militärexperten nach Nigeria, um die Mädchen zu finden. Auch London sagte Hilfe zu.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan glaubt inzwischen an eine Veränderung. Er bezeichnet die Massenentführung von Schulmädchen im Norden des Landes als einen Wendepunkt im Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram bezeichnet. «Ich glaube, dass die Verschleppung dieser Mädchen der Anfang vom Ende des Terrors in Nigeria sein wird», sagte Jonathan am Donnerstag vor den Delegierten des Weltwirtschaftsforums in Abuja. Er dankte Grossbritannien, den USA, Frankreich und China für ihre Angebote zur Hilfe bei der Suche nach den Entführten.

Auch den Delegierten des Weltwirtschaftsforums dankte der nigerianische Präsident. Indem sie trotz der zahlreichen Anschläge der Islamistengruppe Boko Haram nach Abuja gekommen seien, «unterstützen Sie uns dabei, den Krieg gegen den Terror zu gewinnen», sagte er. Wären die Delegierten aus Angst ferngeblieben, «hätten die Terroristen gejubelt». Die Konferenz hatte zuvor mit einer Schweigeminute als Zeichen der Solidarität mit den entführten Mädchen und ihren Familien begonnen.

Boko-Haram-Kämpfer hatten vor drei Wochen eine Schule in Chibok im nördlichen Bundesstaat Borno überfallen und 273 Mädchen verschleppt. Am Sonntag hatte die Gruppe elf weitere Mädchen entführt. In einem am Montag publik gewordenen Video kündigte Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau den «Verkauf», die «Versklavung» und die «Zwangsverheiratung» der Schülerinnen an.

Boko Haram kämpft seit fünf Jahren im Norden Nigerias für die Errichtung eiens islamistischen Staates. Die Islamisten, die auch als Taliban Nigerias bezeichnet werden, verüben seit 2009 immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen. Etwa 1500 Menschen wurden bei Angriffen allein in diesem Jahr getötet.

AFP/cpm

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