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Polizei sucht in Nairobi noch immer nach Opfern

In den Trümmern der Westgate Mall werden noch immer Leichen vermutet. Auf Twitter erklärte die Al-Shabaab-Miliz den Tod von insgesamt 137 Geiseln – 76 mehr als nach offiziellen Angaben.

Fünf weitere Angreifer wurden getötet: Soldaten auf einem Zwischendach des Einkaufszentrums. (24. September 2013)
Fünf weitere Angreifer wurden getötet: Soldaten auf einem Zwischendach des Einkaufszentrums. (24. September 2013)
Reuters
Wir haben unsere Gegner gedemütigt: Kenias Präsident Uhuru Kenyatta sieht mitgenommen aus. (24. September 2013)
Wir haben unsere Gegner gedemütigt: Kenias Präsident Uhuru Kenyatta sieht mitgenommen aus. (24. September 2013)
Reuters
Rund 18 Bewaffnete sollen an dem Überfall beteiligt gewesen sein: Ein Soldat sichert das Gelände vor dem Einkaufszentrum. (21. September 2013)
Rund 18 Bewaffnete sollen an dem Überfall beteiligt gewesen sein: Ein Soldat sichert das Gelände vor dem Einkaufszentrum. (21. September 2013)
AP Photo/ Jason Straziuso
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Nach der Geiselnahme in der kenianischen Hauptstadt Nairobi suchen Experten nach weiteren Verschütteten in den Trümmern der Westgate Mall. Sie durchkämmten das teilweise eingestürzte Einkaufszentrum, um Leichen und möglicherweise zurückgelassenen Sprengstoff unter den Trümmern zu bergen. Zu den Forensikern, die kriminaltechnische Untersuchungen aufnahmen, gehörten auch Spezialisten aus Deutschland, den USA, Grossbritannien, Kanada und Israel, wie Innenminister Joseph Ole Lenku sagte.

Über dem Gebäude stieg auch heute Mittwoch Rauch auf. Die genaue Zahl der Opfer blieb unklar. «Die Leichen liegen immer noch in den Trümmern», sagte der Mitarbeiter des Krisenzentrums. Offiziell wurde die Zahl der Toten mit 72 angegeben. Die islamistische Extremistenorganisation Al-Shabaab aus Somalia, die sich zu dem Angriff bekannt hatte, sprach in einer Twitter-Botschaft von 137 toten Geiseln.

Gezielt Nichtmuslime getötet

Unter den Getöteten waren nach kenianischen Behördenangaben mindestens 16 Ausländer, unter anderem aus den Niederlanden, Frankreich, Grossbritannien und Kanada. Augenzeugen berichteten, die Al-Shabaab-Kämpfer hätten gezielt nicht-muslimische Geiseln getötet.

Vermutlich zehn Täter seien bei Schusswechseln mit den Spezialeinsatzkräften ums Leben gekommen, erklärte Innenminister Lenku. Die Polizei teilte mit, dass an allen Grenzen des Landes verstärkt kontrolliert werde, um die Einreise weiterer Attentäter zu verhindern.

Westler unter den Angreifern

Präsident Uhuru Kenyatta hatte die Geiselnahme gestern Dienstag für beendet erklärt und eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. «Wir haben es den Angreifern gezeigt und sie besiegt», sagte Kenyatta am Abend in einer Fernsehansprache. Elf Verdächtige seien inhaftiert worden, sagte Kenyatta. Unter den Angreifern sollen US-Bürger und weitere Ausländer gewesen sein.

Der britischen Regierung zufolge wurde in Nairobi auch eine Person britischer Staatsangehörigkeit festgenommen. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte, blieb offen. Die Al-Shabaab wies im Kurzbotschaftendienst Twitter jedoch Spekulationen zurück, an ihrem Kommando sei eine Frau beteiligt gewesen. Zuvor hatte die kenianische Regierung angedeutet, eine gesuchte Britin sei an dem Angriff beteiligt gewesen.

Rache für Intervention in Somalia

Als Grund für den Angriff nannte die islamistische Miliz die kenianische Militärintervention gegen sie in Somalia. Sie drohte mit weiteren Anschlägen und Attacken, sollte Kenia seine Soldaten nicht abziehen.

Der somalische Ministerpräsident Abdi Farah Shirdon verteidigte im Fernsehsender France 24 den Einsatz Kenias in seinem Land. Beide Staaten «arbeiten gemeinsam gegen den Terror». Er sei sicher, dass die Al-Shabaab, die Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida hat, besiegt werde.

Obama sieht Kenia als Stabilitätsanker

Der blutige Überfall und die Geiselnahme lösten weltweit Entsetzen aus. US-Präsident Barack Obama, dessen Vater aus Kenia kommt, sagte aber, er glaube weiter daran, dass das Land ein Stabilitätsanker in der Region sein werde.

Die Angreifer hatten das Gebäude am Samstag gestürmt und dabei um sich geschossen und Handgranaten geworfen. Der Angriff war der folgenschwerste in Kenia seit dem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Nairobi, bei dem 1998 mehr als 200 Menschen getötet worden waren.

AP/ajk/bru

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