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Rebellen im Kongo überfallen Flüchtlingslager

In der Nacht haben bewaffnete Milizen ein Flüchtlingslager der UNO in der Nähe von Goma geplündert. Die Eindringlinge gingen überaus brutal vor – es soll zu Vergewaltigungen und Entführungen gekommen sein.

Trägt die Zeichen des Überfalls: Ein Flüchltingsjunge im Camp Mugunga III in der Nähe von Goma. (2. Dezember 2012)
Trägt die Zeichen des Überfalls: Ein Flüchltingsjunge im Camp Mugunga III in der Nähe von Goma. (2. Dezember 2012)
AFP

Nach dem offiziellen Abzug der kongolesischen Rebellen der Bewegung M23 haben bewaffnete Kämpfer in der Nacht zum Sonntag das Flüchtlingslager Mugunga III bei Goma überfallen und geplündert. «Uniformierte sind von zwei Seiten ins Lager eingedrungen», sagte der Lagerleiter Eraston Ngulu Ndibito.

Ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erklärte, die Angreifer hätten «Lebensmittel, Telefone, Geld und sogar Kleider» geraubt. Auch sei es zu Vergewaltigungen gekommen. Es sei aber niemand getötet worden.

Jugendliche aus dem Lager seien gezwungen worden, die Beute fortzuschleppen. «Zwölf von ihnen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren sind zurückgekehrt», sagte der UNHCR-Sprecher. Unklar blieb, ob dies alle gewesen waren. In Mugunga III gut zehn Kilometer westlich von Goma leben etwa 30'000 bis 35'000 Menschen.

Gesucht wegen Kriegsverbrechen

Die M23 war in diesem Jahr von früheren Rebellen gegründet worden, die hauptsächlich zur Volksgruppe der Tutsi gehören. Es heisst, sie werde von dem abtrünnigen General Bosco Ntaganda angeführt, den der Internationale Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen sucht.

Die Rebellen waren 2009 in die Armee integriert worden, hatten sich am Ende aber losgesagt, weil die Regierung in Kinshasa Versprechungen nicht eingehalten habe. Kongos Regierung und die Vereinten Nationen haben den Nachbarländern Uganda und Ruanda wiederholt vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen, was beide Länder zurückweisen.

SDA/ses

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