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Übte Israel Vergeltung für einen Giftgasangriff?

Eine Attacke auf einen syrischen Militärflughafen hat 14 Tote gefordert. Sie folgte auf Berichte über einen Giftgasanschlag der syrischen Armee.

Amateuervideo: Laut AP ist hier ein Marschflugkörper zu sehen, der auf eine syrische Militärbasis abgefeuert wird. Video: AP

Beim Angriff auf einen syrischen Militärflughafen sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 14 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch iranische Kämpfer, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag.

Zuvor hatten syrische Staatsmedien berichtet, mehrere Geschosse hätten in der Nacht auf Montag den Flughafen Taifur im Zentrum des Landes getroffen. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben.

Der Angriff nährt Spekulationen über einen Vergeltungsschlag, weil er nur wenige Stunden auf Berichte über einen mutmasslichen Giftgasangriff der syrischen Armee folgte. Bei diesem auf die Stadt Duma sollen in der Rebellenhochburg Ost-Ghuta am Samstag mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden sein. US-Präsident Donald Trump hatte darauf klare Worte an das «Tier Assad» gerichtet und getwittert, dass Russland und Syrien einen «hohen Preis» zu zahlen hätten.

Russland und Syrien haben Israel für den Angriff auf einen syrischen Militärflughafen verantwortlich gemacht. Zwei F-15-Kampfjets der israelischen Armee hätten den Stützpunkt in der Nacht mit acht Raketen attackiert, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Montag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Die Raketen seien vom libanesischen Luftraum aus abgefeuert worden. Die israelischen Kampfjets seien nicht in den syrischen Luftraum eingedrungen.

Russland macht Israel für Angriff verantwortlich: Putin mit Dmitri Medwedew in Moskau am 8. April 2018.
Russland macht Israel für Angriff verantwortlich: Putin mit Dmitri Medwedew in Moskau am 8. April 2018.
Alexander Nemenov, AFP
Auf der offiziellen Facebook-Seite der syrischen Regierung wurde am 18. März 2018 ein Foto von Bashar al-Assad geteilt, das ihn mit den Truppen in Ost-Ghuta zeigt.
Auf der offiziellen Facebook-Seite der syrischen Regierung wurde am 18. März 2018 ein Foto von Bashar al-Assad geteilt, das ihn mit den Truppen in Ost-Ghuta zeigt.
Syrian Presidency Facebook, AFP
Ein Kind erhält nach einem mutmasslichen Giftgasangriff in Duma, nahe Damaskus, Sauerstoff. (8. April 2018)
Ein Kind erhält nach einem mutmasslichen Giftgasangriff in Duma, nahe Damaskus, Sauerstoff. (8. April 2018)
Syrian Civil Defense White Helmets, Keystone
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Auch die syrische Armee machte Israel für den Angriff auf den Militärflughafen in der Provinz Homs verantwortlich, bei dem nach Angaben von Aktivisten 14 Menschen getötet wurden. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana sprach unter Berufung auf einen Militärvertreter von einem «israelischen Angriff». Die israelische Armee hatte zuvor jeglichen Kommentar zu der Attacke verweigert.

USA und Frankreich dementieren

Syrische Staatsmedien berichteten zunächst, für den Angriff seien womöglich die USA verantwortlich. Später wurde nicht mehr auf die USA Bezug genommen. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, «derzeit keine Luftangriffe in Syrien» auszuführen.

Nach den USA hat auch Frankreich erklärt, nicht für den Angriff auf einen syrischen Militärflughafen verantwortlich zu sein. «Wir waren es nicht», sagte der Sprecher des französischen Generalstabs, Patrik Steiger, am Montag der Nachrichtenagentur AFP in Paris.

Nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle sind auf dem Flughafen Taifur - auch als T-4 bekannt - russische und iranische Einheiten sowie Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz stationiert. Sie alle sind mit Syriens Machthaber Bashar al-Assad verbündet.

Mit dem mutmasslichen Chemiewaffenangriff befasst sich der UNO-Sicherheitsrat am Montag. Die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung mit acht weiteren Staaten, darunter auch die ständigen Ratsmitglieder Frankreich und Grossbritannien. Auf Antrag Russlands soll es noch ein separates zweites Treffen geben.

sda/AFP/roy/sep

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