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Salehs Sohn führt Angriff auf Opposition

In Sanaa griffen Salehs Truppen ein Zeltlager der Regierungsgegner an. Dabei starben mindestens 40 Aktivisten. Salehs Sohn Ahmed soll die Attacke der Republikanischen Garde kommandiert haben.

Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Zu den Gegnern des Regimes übergelaufene Soldaten bewachen einen Demonstrationszug in Sanaa. (24. November 2011)
Zu den Gegnern des Regimes übergelaufene Soldaten bewachen einen Demonstrationszug in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Auch in anderen Städten tobt der Kampf: Die Strassen von Taiz, einer Stadt im Süden des Landes, wurden ebenfalls mit Steinen blockiert. (4. Juni)
Auch in anderen Städten tobt der Kampf: Die Strassen von Taiz, einer Stadt im Süden des Landes, wurden ebenfalls mit Steinen blockiert. (4. Juni)
Reuters
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Die überraschende Rückkehr von Präsident Ali Abdullah Saleh hat die Gewalt im Jemen neu angeheizt. Bei Angriffen der Saleh-treuen Truppen auf die Zeltstadt der Opposition im Zentrum von Sanaa sowie gegen die Militäreinheiten des abtrünnigen Generals Ali Mohsen al-Ahmar starben 40 Menschen.

Mehr als 170 weitere Personen erlitten Verletzungen, bestätigten Spitalsärzte und örtliche Medien. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen, als die Saleh-Truppen in Sanaa am frühen Morgen die Zeltstadt auf dem Taghier-Platz mit Mörsergranaten beschossen.

Es handelte sich demnach um Soldaten der Republikanischen Garde unter Führung des Sohnes von Präsident Ali Abdullah Saleh, Ahmed. Heckenschützen auf Hausdächern hätten zudem in die unbewaffnete Menge gefeuert. Menschen seien in Panik geflüchtet. Allein bei diesem Überfall kamen den Angaben zufolge 17 Demonstranten ums Leben, 54 weitere wurden verletzt.

Angriff auf Garnison von Al-Ahmar

Zur selben Zeit hätten Saleh-Truppen die Garnison von General Al- Ahmar mit Granaten beschossen. Mindestens 23 Soldaten des Militärführers, der sich nach Beginn der Proteste gegen Saleh gestellt hatte, starben im Artilleriefeuer, wie es weiter hiess. 120 weitere wurden verletzt. Al-Ahmars Armee-Division schützt die Demonstranten auf dem Taghier-Platz. Beobachter befürchteten, dass der Artillerieangriff eine weitere Zuspitzung der Lage nach sich ziehen könnte.

Auch in der 270 Kilometer südwestlich von Sanaa gelegenen Stadt Tais griffen Regierungstruppen Demonstranten an. Unterstützt von Panzern beschossen sie nach Angaben von Augenzeugen den Platz der Freiheit, den Hauptversammlungsort der Regierungsgegner. Dabei sei aber niemand getötet worden.

Seit Februar verlangen die Menschen dort den Rücktritt Salehs. Die Sicherheitskräfte des Regimes töteten seitdem vermutlich mehr als 500 Demonstranten.

Opposition: Saleh will Bürgerkrieg

Die Opposition geht ohnehin davon aus, dass Saleh einen offenen Bürgerkrieg anzetteln will, um sich dann als «Retter der Nation» präsentieren zu können.

Der seit 33 Jahren autoritär herrschende Staatschef war erst am Freitag vor der Eskalation überraschend aus Saudiarabien zurückgekehrt. Dort hatte er sich wegen der schweren Verletzungen behandeln lassen, die er sich bei einem Bombenanschlag Anfang Juni zugezogen hatte.

Mit Salehs Rückkehr schwanden auch die wenigen Hoffnungen, dass der Autokrat auf gesichtswahrende Weise die Macht abgeben könnte. Der saudische König Abdullah hatte den Nachbarn vergebens davon abhalten wollen, wieder in die Heimat zu reisen.

SDA/kpn, pbe

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