Saudis sprechen von «eklatanter Einmischung»

Der US-Senat macht Saudiarabiens Kronprinz für den Mord an Jamal Khashoggi verantwortlich. Das Königreich reagiert empört.

Mohammed bin Salman gilt für den US-Senat als Verantwortlicher für den Tod des Journalisten Khashoggi: Der saudische Kronprinz an einer Pressekonferenz. (9. Dezember 2018)

Mohammed bin Salman gilt für den US-Senat als Verantwortlicher für den Tod des Journalisten Khashoggi: Der saudische Kronprinz an einer Pressekonferenz. (9. Dezember 2018)

(Bild: AFP Bandar Al-Jaloud/SPA)

Saudiarabien hat zwei Resolutionen des US-Senats zum Fall Khashoggi und zum Militäreinsatz im Jemen scharf zurückgewiesen. «Das Königreich verurteilt den neuesten Standpunkt des US-Senats», erklärte das saudiarabische Aussenministerium am Sonntag in einer Mitteilung. Zudem beinhalte das Vorgehen des US-Senats eine «eklatante Einmischung in die Innenpolitik des Königreichs», zitierte die Agentur SPA daraus. Die Resolutionen würden auf «falschen Behauptungen» basieren.

Die US-Senatoren hatten sich vergangene Woche mit gleich zwei Resolutionen frontal gegen den Kurs von US-Präsident Donald Trump zu Saudiarabien gestellt. In einer Resolution bezeichnete der Senat den mächtigen Kronprinzen Muhammad bin Salman als «verantwortlich für den Mord» an dem Journalisten Jamal Khashoggi. Der Senat forderte zudem in einer weiteren Resolution ein Ende der US-Unterstützung für den saudiarabischen Militäreinsatz im Bürgerkrieg im Jemen. Der Jemen-Resolution werden kaum Chancen ausgerechnet, wirksam zu werden. Dazu müsste das Abgeordnetenhaus ebenfalls zustimmen.

Trump hält an Saudiarabien fest

Das saudiarabische Aussenministerium erklärte nun, die USA seien ein «verbündeter und befreundeter Staat»; Riad wolle seine Beziehungen zu Washington zudem weiter stärken. Die Resolutionen des US-Senats seien aber besorgniserregend.

Trump hält ungeachtet der schweren Vorwürfe gegen Saudiarabien an der engen Partnerschaft zu dem Königreich fest. Der US-Präsident argumentiert dabei unter anderem mit den milliardenschweren Rüstungsgeschäften der USA mit dem Königreich.

roy/SDA

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