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Schafrippchen essen mit dem Ölminister

Seit den Protesten im Juni 2009 ist die Stimmung angespannt. Die meisten Iraner sind gegen das Regime – versuchen aber, trotzdem ein normales Leben zu führen.

Im Teehaus: Die Jungen finden hier eine Zuflucht, wo die strengen Regeln der Regierung nur bedingt gelten.
Im Teehaus: Die Jungen finden hier eine Zuflucht, wo die strengen Regeln der Regierung nur bedingt gelten.
Pedro Andretti

Aus dem Autoradio dröhnt persische Popmusik. Zwei Motorräder überholen. Die jungen Fahrer tragen weder Helm noch Schutzkleidung. Gleichzeitig ziehen sie ihre Vorderräder hoch und fahren sekundenlang nur auf den Hinterrändern nebeneinander her, bevor sie in der Dunkelheit verschwinden. «Total verrückt!», ruft Alireza*, der im Auto hinter ihnen herfährt, seinem Freund Farsad* auf dem Beifahrersitz zu. Er dreht die Musik lauter, fährt Schlangenlinien im Rhythmus und singt mit. Plötzlich taucht ein Polizeiwagen auf. Alirezas Oberkörper erstarrt, seine Handbewegungen, mit denen er eben noch die Musik begleitet hat, gehen fliessend über in ein unauffälliges Kratzen am Ohr. Tanzen ist in der Islamischen Republik Iran verboten. Wie fast alles, was Spass macht.

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