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Schweizer Geisel in Syrien wieder frei

Im Januar wurden in Syrien fünf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen entführt – darunter ein Schweizer. Nebst Freude verspürt die Hilfsorganisation auch Ärger: Sie musste Spitäler schliessen.

Gefährliche Mission: Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Krisengebiet. (Archivbild)
Gefährliche Mission: Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Krisengebiet. (Archivbild)

Fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind nach monatelanger Gefangenschaft in Syrien wieder frei. Drei von ihnen seien bereits am 4. April befreit worden, die beiden anderen am Mittwoch, teilte Ärzte ohne Grenzen am späten Donnerstagabend mit. Die Mitarbeiter stammen demnach aus Belgien, Dänemark, Peru, Schweden und der Schweiz. Sie sind demnach bereits auf dem Weg nach Hause. Genauere Einzelheiten über die Umstände der Befreiung wurden zunächst nicht bekannt.

Nach der Entführung ihrer fünf Mitarbeiter im Januar im Norden Syriens schloss Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus und zwei medizinische Zentren im Bürgerkriegsland. «Die Erleichterung, unsere Kollegen sicher und gesund wiederzuhaben, ist gemischt mit Ärger über den zynischen Akt, der effektiv der ohnehin durch den Krieg leidenden Bevölkerung lebensnotwendige Unterstützung genommen hat», sagte die Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, Joanne Liu, in der Erklärung.

Häufige Entführungen

Entführungen in Rebellengebieten in Syrien sind häufig geworden, besonders seit letztem Sommer, als islamistische Extremisten immer mehr Einfluss unter den Aufständischen erlangten. Die meisten der Entführungen gehen nach Ansicht von Beobachter auf das Konto der Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien.

Die Hilfsorganisation hatte 2012 damit begonnen, provisorische Spitäler und andere medizinische Versorgungszentren im Norden Syriens aufzubauen. Seitdem leisteten die Mediziner dort nach eigenen Angaben mehr als 7000 chirurgische Eingriffe, 53'000 Behandlungen in Notaufnahmen, mehr als 94'000 ambulante Behandlungen, und begleiteten die Geburt von mehr als 2000 Babys.

In denn vergangenen Wochen waren aber eine Reihe von ausländischen Journalisten wieder freigelassen worden, darunter vier Franzosen und zwei Spanier. Am Donnerstag wurden allerdings der britische Kriegskorrespondent Anthony Loyd und sein Fotograf Jack Hill von Rebellen angeschossen und konnten sich nach Angaben ihrer Zeitung, der «Times», nur mit Mühe verletzt in die Türkei retten.

SDA/mrs/chk

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