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IS bekennt sich zu Anschlag auf Moschee in Kabul

Wieder geraten Angehörige der schiitischen Minderheit in Afghanistan ins Visier sunnitischer Extremisten. Bei einem Selbstmordanschlag wurden mindestens 32 Menschen getötet.

Hier hat sich der Anschlag ereignet: Sicherheitskräfte vor der Bakir-al-Olum-Moschee in Kabul. (21. November 2016)
Hier hat sich der Anschlag ereignet: Sicherheitskräfte vor der Bakir-al-Olum-Moschee in Kabul. (21. November 2016)
Keystone

Eine Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat zahlreiche Opfer gefordert: Bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Montag mindestens 32 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere Menschen, darunter viele Kinder, wurden gemäss Angaben der Polizei verletzt.

Der Attentäter drang in die Bakir-al-Olum-Moschee ein und zündete einen Sprengsatz, als sich dort zahlreiche Gläubige zum Gebet anlässlich des Feiertags Arbain versammelt hatten. Arbain findet 40 Tage nach dem schiitischen Ashura-Fest statt.

«Es ist wahrscheinlich, dass die Opferzahl noch steigt», sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ein Augenzeuge berichtete, er habe überlebt, weil er zum Zeitpunkt der Explosion hinter einer Säule gesessen habe. Sein Bruder jedoch sei verletzt worden. «Die Moschee war voll. Ich habe geholfen, mindestens 30 Tote und Verletzte hinauszutragen.»

IS bekennt sich

Die sunnitische IS-Miliz bekannte sich zum Anschlag. Ein IS-Kämpfer habe bei einem Selbstmordattentat die schiitische Moschee angegriffen, teilte die IS-Propagandaagentur Amaq über das Internet mit. Weitere Details wurden nicht genannt.

Präsident Ashraf Ghani und Regierungschef Abdullah Abdullah verurteilten den Anschlag als «barbarisch». Der Angriff an einem heiligen Ort sei gegen die unschuldige Bevölkerung gerichtet gewesen, darunter auch Kinder, schrieb Abdullah auf Twitter. «Es ist ein Kriegsverbrechen und ein Akt gegen den Islam und die Menschlichkeit.»

Die Polizei riegelte das Gebiet um die Moschee, welche als Gebetshaus und schiitisches Kulturzentrum genutzt wird, ab. Die meisten Moscheen in Kabul sind trotz der Anschlagsgefahr nicht besonders geschützt.

Dutzende Tote zu Ashura

Die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind zwar in Afghanistan nicht so ausgeprägt wie etwa im Irak und in Syrien. Der auch am Hindukusch kämpfende IS hat sich aber in den vergangenen Monaten auch in Afghanistan zu Gewalttaten bekannt.

So waren dieses Jahr bei Anschlägen auf Schiiten zu Ashura in Kabul sowie im Norden des Landes 32 Menschen getötet worden. Ausserdem wurden im Juli bei einer Demonstration der schiitischen Minderheit der Hasara in der Hauptstadt 85 Menschen getötet und mehr als 400 weitere verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich jeweils der IS.

Millionen Schiiten zu Feiertag in Karbala

Der schiitische Feiertag Arbain findet 40 Tage nach dem Ashura-Fest statt, bei dem des Todes von Imam Hussein bei der Schlacht von Karbala im Jahr 680 gedacht wird. Der Enkel des Propheten Mohammed war mit seinen Getreuen in der irakischen Stadt am Euphrat vom Kalifen Jasid getötet worden. Sein Tod in der Schlacht von Karbala besiegelte die Spaltung der Muslime in Schiiten und Sunniten.

Aus Anlass von Arbain gab es am Montag in zahlreichen Ländern schiitische Feiern. In Karbala selbst versammelten sich mehrere Millionen Schiiten, um am Mausoleum von Imam Hussein seines Todes zu gedenken. Mindestens 24'000 Soldaten und Polizisten sicherten die Versammlung ab, da befürchtet wurde, dass die IS-Miliz, die in ihrer letzten Hochburg Mosul stark unter Druck steht, Anschläge zu verüben versucht.

AFP/woz

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