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Seit Mitternacht ruhen die Waffen

Eine neue dreitägige Waffenruhe ist in Nahost in Kraft getreten. Das gibt Hoffnungen auf neue Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand.

Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
AP Photo/Khalil Hamra, Keystone
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
AP Photo/Adel Hana, Keystone
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Lefteris Pitarakis, Keystone
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Im Gaza-Konflikt ist eine neue 72-stündige Feuerpause zwischen Israel und den Palästinensern in Kraft getreten. In den ersten Stunden der seit Sonntagabend 23 Uhr (MESZ) geltenden Waffenruhe gab es keine Berichte über einen Bruch der Vereinbarung.

Falls die Feuerpause Bestand hat, will Israel am Montag seine Delegation erneut nach Kairo zu den Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand entsenden. Die radikalislamische Hamas feuerte nach eigenen Angaben bis kurz vor Beginn der Waffenruhe Raketen auf Israel ab. Israel bombardierte den Tag über wieder Ziele im Gazastreifen.

Wenige Stunden zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sein Land auf einen langen Kampf gegen die palästinensischen Milizen im Gazastreifen eingestimmt. Regierung und Streitkräfte würden sich weiter «für eine Veränderung der Realität und Ruhe für alle Bürger einsetzen», erklärte der Regierungschef zum Auftakt einer Kabinettssitzung. «Das wird Zeit beanspruchen», fügte er hinzu.

Ban Ki-moon hofft auf dauerhafte Waffenruhe

Die Arabische Liga kündigte an, am Montag an ihrem Sitz in Kairo zu einer Sondersitzung wegen des Gaza-Konflikts zusammenzukommen. Daran soll auch der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat teilnehmen.

Nach dem Beginn der neuen Feuerpause hofft UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, dass sich die Konfliktparteien unter ägyptischer Vermittlung auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen. Wie ein Sprecher Bans am Sonntagabend in New York mitteilte, forderte der UNO-Generalsekretär alle Betroffenen auf, konstruktiv daran zu arbeiten und alles zu vermeiden, was zu erneuter Gewalt führen würde.

Die Vereinten Nationen stünden bereit, bei der Umsetzung eines Abkommens mitzuwirken, das den Frieden festige und den dringend gebrauchten Wiederaufbau Gazas erlaube.

Türkei fliegt verletzte Palästinenser aus

Die Türkei hat nach den Worten von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit der Evakuierung verletzter Palästinenser aus dem Gazastreifen begonnen. Die Betroffenen würden in der Türkei medizinisch behandelt, kündigte Erdogan in seiner Siegesrede nach der Präsidentschaftswahl in Ankara an. Weitere Details nannte er nicht.

Doch meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu, ein türkisches Sanitätsflugzeug sei am späten Sonntagabend nach Israel aufgebrochen, um vier Verletzte in Krankenhäuser in Ankara zu bringen. Unter ihnen sei ein Kind, hiess es. Erst diese Woche hatte Aussenminister Ahmet Davutoglu angekündigt, sein Land wolle einen Luftkorridor einrichten, um Schwerverletzte einzufliegen.

Zehn Tote am Wochenende

Israel griff nach Angaben von Militärsprechern am Wochenende 150 Ziele im Gazastreifen an. Zehn Palästinenser wurden nach Angaben der Rettungsdienste getötet, unter ihnen zwei Kinder. Militante Palästinenser schossen im gleichen Zeitraum rund 70 Raketen auf den Süden Israels ab.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Monat sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1900 Palästinenser getötet und knapp 10'000 verletzt worden. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und 3 Zivilisten, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Israel hatte sich am Freitag aus den Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand zurückgezogen, nachdem die Palästinenser die Verlängerung einer befristeten Feuerpause abgelehnt und erneut Raketen Richtung Israel abgefeuert hatten.

Im vergangenen Monat wurden mehr als 3000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär hat seinerseits zahlreiche Luftangriffe geflogen.

sda/AP/chk

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