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Selbstmordattentäter stürmen US-Stützpunkt in Afghanistan

In Afghanistan versuchten sich Selbstmordattentäter Zugang zu einem US-Stützpunkt zu verschaffen. Aufseiten der afghanischen Streitkräfte und den Taliban gab es Tote.

Die Taliban bekannte sich per E-Mail zu dem Angriff: Luftaufnahme der Stadt Jalalabad. (Archivbild)
Die Taliban bekannte sich per E-Mail zu dem Angriff: Luftaufnahme der Stadt Jalalabad. (Archivbild)

Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben heute einen Stützpunkt afghanischer und amerikanischer Truppen im Osten des Landes angegriffen. Sie zündeten zunächst Autobomben und lieferten sich dann ein Feuergefecht mit den Soldaten. Alle neun Angreifer und mindestens fünf Afghanen kamen ums Leben.

Die Aufständischen hatten Selbstmordanschläge mit Autobomben verübt und danach Granaten und Mörsergeschosse abgefeuert. «Aufständische, darunter Selbstmordattentäter, griffen heute morgen den Umkreis des Luftwaffenstützpunktes Jalalabad an», sagte der ISAF-Sprecher. Dabei seien mehrere ISAF-Soldaten verletzt worden, fügte er hinzu, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Entgegen der Behauptung der radikalislamischen Taliban sei es aber keinem Angreifer gelungen, in den Stützpunkt einzudringen. Die ISAF setzte unter anderem Hubschrauber ein, um die Angreifer zurückzudrängen. In einer Twitter-Meldung der ISAF hiess es zu dem Angriff, bislang sei kein Todesopfer gemeldet worden.

Wichtiger Luftwaffenstützpunkt

Der Flughafen-Komplex im nahe der Grenze zu Pakistan gelegenen Jalalabad hat mehrere Sicherheitszonen. Die ISAF-Basis, einer der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte der internationalen Truppen in Afghanistan, ist weit vom Haupteingang zum Flughafen entfernt. Durch diesen waren die Aufständischen nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der afghanischen Sicherheitsbehörden eingedrungen. Vor der zweiten Sicherheitsschleuse seien die Eindringlinge getötet worden.

Polizeisprecher Hasrat Hussain Maschrikiwal sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei dem Angriff seien drei afghanische Sicherheitskräfte getötet und 14 weitere verwundet worden. Ausserdem seien zwei Zivilisten ums Leben gekommen und vier weitere Zivilisten verletzt worden. Aufseiten der Taliban starben den Angaben zufolge neun Männer, drei von ihnen waren Selbstmordattentäter.

Folgenreiches Selbstmordattentat

Die Taliban erklärten auf ihrer Website, zunächst habe ein Selbstmordattentäter mit seiner Autobombe «dem Feind schwere Verluste» zugefügt und alle Sicherheitsbarrieren zerstört. Danach seien weitere Kämpfer auf den Stützpunkt vorgedrungen. Taliban-Sprecher Abdulkahar Balchi sprach in einer Twitter-Mitteilung von mindestens zwei Autobomben, die von Selbstmordattentätern gezündet worden seien.

Der Flughafen von Jalalabad war in diesem Jahr trotz eines massiven Sicherheitsaufgebots bereits zwei Mal angegriffen worden. Bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe starben am 27. Februar auf dem ISAF-Stützpunkt sechs Zivilisten, ein afghanischer Soldat und zwei afghanische Wachleute, die Nato-Soldaten blieben unverletzt. Am 15. April wurde der Flughafen bei der Frühjahrsoffensive der Taliban attackiert.

Die Taliban kämpfen seit elf Jahren gegen die afghanische Regierung und die internationalen Truppen im Land. Mit dem nun verübten Angriff in Jalalabad machten die islamistischen Aufständischen erneut deutlich, dass sie weiterhin nicht besiegt sind. Im September hatten die USA ihre zusätzlichen 33'000 Soldaten abgezogen, mit denen sie drei Jahre zuvor ihre Offensive in Afghanistan verstärkt hatten. Die Mehrheit der derzeit noch 100'000 ausländischen Soldaten in Afghanistan soll bis Ende 2014 abgezogen werden.

dapd/mrs

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