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Stadtteil von Damaskus vor Erstürmung

IS-Kämpfer haben vor Tagen das Flüchtlingslager Jarmuk erobert. Nun plant die syrische Armee den Gegenschlag. Es droht eine humanitäre Katastrophe.

Totale Zerstörung: Seit zwei Jahren belagern syrische Regierungstruppen das Flüchtlingslager Jarmuk. Anfang April drang die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in das Palästinenserviertel ein und kontrolliert mittlerweile rund 90 Prozent des Flüchtlingslagers. (6. April 2015)
Totale Zerstörung: Seit zwei Jahren belagern syrische Regierungstruppen das Flüchtlingslager Jarmuk. Anfang April drang die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in das Palästinenserviertel ein und kontrolliert mittlerweile rund 90 Prozent des Flüchtlingslagers. (6. April 2015)
STR, AFP
Vor einem Jahr war die Lage noch «besser»: Bewohner auf einer Strasse des Flüchtlingslagers Jarmuk am Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus. (Archivbild vom 24. April 2014)
Vor einem Jahr war die Lage noch «besser»: Bewohner auf einer Strasse des Flüchtlingslagers Jarmuk am Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus. (Archivbild vom 24. April 2014)
UNRWA, Keystone
Solidarität: Anhänger der palästinensischen Fatah-Jugend demonstrieren vor dem Gebäude des Roten Kreuzes in Jerusalem. (6. April 2015)
Solidarität: Anhänger der palästinensischen Fatah-Jugend demonstrieren vor dem Gebäude des Roten Kreuzes in Jerusalem. (6. April 2015)
Ahmad Gharabli, AFP
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Die syrische Regierung bereitet sich offenbar auf einen Militäreinsatz im umkämpften Flüchtlingslager Jarmuk vor. Das Ziel sei, Bewaffnete und «Terroristen» aus dem Camp zu «vertreiben», sagte der syrische Minister für nationale Versöhnung, Ali Haidar.

«Unter den jetzigen Umständen ist eine militärische Lösung nötig», fügte er nach einem Treffen mit einem Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) am Mittwoch hinzu. Wann der Militäreinsatz beginnen könnte, sagte er nicht. Er deutete aber an, dass syrische Regierungstruppen daran beteiligt sein könnten.

Keine Hilfslieferungen

Kämpfer der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatten Jarmuk in der vergangenen Woche angegriffen. Die Jihadisten nahmen den Grossteil des Viertels im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus ein, das aus einem palästinensischen Flüchtlingslager hervorgegangen ist.

In dem Stadtteil lebten zuletzt noch rund 18'000 der einst 160'000 Menschen. Die PLO hatte in den vergangenen Tagen die Flucht von 2000 Menschen organisieren können. Seit dem Beginn der Kämpfe mit den Jihadisten gelangten aber keinerlei Hilfslieferungen mehr in das Viertel.

IKRK will sofortigen Zugang

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat sofortigen Zugang zum umkämpften palästinensischen Flüchtlingslager gefordert. Die dort noch seit dem Eindringen von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat ausharrenden 18'000 Zivilisten seien dringend auf medizinische Hilfe angewiesen, erklärte das IKRK. Der Bedarf an humanitärer Hilfe nehme täglich zu.

Die Zivilbevölkerung Jarmuks leidet unter dem syrischen Bürgerkrieg schon länger unter Hunger und Krankheiten:Seit zwei Jahren wird das Viertel von Regierungstruppen belagert.

Auch Hamas verhandelt

Der PLO-Vertreter Ahmed Madschdalani sagte nach dem Treffen mit Haidar, die Palästinenser würden alle Entscheidungen der syrischen Führung unterstützen. Es werde immer schwieriger, über eine «politische Lösung» für Jarmuk zu verhandeln.

Es ist jedoch unklar, ob alle Palästinensergruppen in Jarmuk einen Militäreinsatz unterstützen. Die meisten lehnen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ab. Am Mittwochabend wollten verschiedene Palästinensergruppen in Syrien darüber beraten, darunter auch die radikalislamische Hamas.

SDA/rar

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