Zum Hauptinhalt springen

Syrien lässt Beobachter ins Land

Das Assad-Regime reagiert auf eine Forderung der Arabischen Liga, eine unabhängige Beobachtungsmission einreisen zu lassen. Gleichzeitig führten die Streitkräfte ein gross angelegtes Manöver durch.

Die Regierung in Damaskus hat der Arabischen Liga die Zulassung von unabhängigen Beobachtern in Syrien zugesagt. Ein Sprecher des syrischen Aussenministeriums sagte in Damaskus, dass auf eine entsprechende Forderung der Arabischen Liga «positiv geantwortet» worden sei. Die Allianz hatte Syrien bis zum vergangenen Sonntag Zeit gegeben, um die Bereitschaft zu zeigen, Beobachter ins Land zu lassen. Wie die Arabische Liga auf die syrische Erklärung reagierte, war zunächst nicht bekannt.

Zuvor hatten sich die 22 Mitgliedsstaaten der Liga bei einer Sitzung in Katar am Wochenende auf eine Reihe von Sanktionen verständigt, darunter den Stopp jeglicher Waffenlieferungen und ein Einreiseverbot für ranghohe Mitglieder der Regierung von Bashar Assad. Das Verbot gilt nicht für den Präsidenten, aber für seinen Bruder Maher. Es wird vermutet, dass dieser einen Grossteil der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung angeordnet hat. Betroffen sind ausserdem mehrere Minister sowie Angehörige der Geheimdienste und der Sicherheitskräfte. Vergangene Woche wurden bereits Transaktionen mit der syrischen Zentralbank ausgesetzt und Finanzhilfen eingestellt.

Syrische Streitkräfte testen Raketen

Am Wochenende führten die syrischen Streitkräfte umfangreiche Kriegsmanöver am Boden und in der Luft durch. Wie das Staatsfernsehen berichtete, wurden unter anderem Raketen getestet. Das Manöver habe gezeigt, dass die syrischen Streitkräfte die Nation verteidigen und einen Angriff verhindern könnten. Die Raketen hätten ihr Ziel mit Präzision getroffen, hiess es. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA zitierte Verteidigungsminister Daud Radschha mit den Worten, die Streitkräfte seien «in voller Bereitschaft, jeden Befehl auszuführen, den wir ihnen geben».

Seit acht Monaten unterdrückt die syrische Regierung die Opposition mit militärischen Mitteln. Dabei kamen nach UN-Angaben mehr als 4000 Menschen ums Leben. Allein am Wochenende wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 31 Menschen getötet. Die UN warnten inzwischen vor dem Abgleiten in einen Bürgerkrieg.

dapd/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch