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Syrische Luftabwehrgranate trifft türkische Krankenstation

Laut türkischen Medienberichten hat heute ein syrisches Luftabwehrgeschoss eine Krankenstation in der Türkei getroffen. Die türkische Armee reagierte umgehend mit Vergeltungsschlägen.

Bei dem Einschlag wurde niemand verletzt: Kinder blicken durch das zerschlagene Fenster des betroffenen Gebäudes. (23. Oktober 2012)
Bei dem Einschlag wurde niemand verletzt: Kinder blicken durch das zerschlagene Fenster des betroffenen Gebäudes. (23. Oktober 2012)
Reuters

Ein Geschoss aus einer syrischen Luftabwehrbatterie ist offenbar heute in einer Krankenstation in der Türkei eingeschlagen. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt, obwohl zur Zeit des Einschlags ein Arzt und zwei Krankenschwestern in der Krankenstation in der südtürkischen Grenzprovinz Hatay ihren Dienst versahen, wie türkische Medien meldeten. Den Berichten zufolge liegt die Krankenstation zur medizinischen Versorgung der Landbevölkerung nur etwa zweihundert Meter von der Grenze entfernt. Im angrenzenden Teil Syriens wird seit Tagen schwer gekämpft.

Die Zeitung «Radikal» meldete in ihrer Internetausgabe, in der Gegend der getroffenen Krankenstation sei der Gefechtslärm schwerer Waffen aus Syrien zu hören. Am 3. Oktober waren beim Beschuss der türkischen Grenzstadt Akcakale mit syrischen Granaten fünf Zivilisten ums Leben gekommen. Seitdem sind noch weitere Geschosse aus Syrien auf türkischem Boden niedergegangen; es wurde bisher aber niemand mehr verletzt. Die türkische Armee reagierte mit Vergeltungsbeschuss auf syrische Armee-Stellungen und zog Verstärkungen in der Grenzregion zusammen.

Assad erlässt Generalamnestie

Währenddem der Grenzkonflikt mit der Türkei zu eskalieren droht, hat der syrische Präsident Bashar al-Assad eine Generalamnestie erlassen. Alle Urheber von «vor dem 23. Oktober begangenen Verbrechen» würden aus den Gefängnissen entlassen, berichtete das syrische Staatsfernsehen.

Ausgenommen von der Amnestie seien allerdings «Terroristen». So bezeichnet die Führung in Damaskus im Allgemeinen die Aufständischen, welche die syrische Regierung seit mittlerweile 19 Monaten bekämpfen. Auch für «Kriminelle auf der Flucht» gelte die Amnestie nicht, solange sie sich nicht stellten.

Die Führung in Damaskus hatte bereits 2011 eine Amnestie ausgesprochen. Den Druck auf die Opposition im Land lockerte die Regierung indes nicht. Seit Beginn des Konfliktes in Syrien im März 2011 starben Schätzungen der Opposition zufolge mehr als 34'000 Menschen.

Der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi hatte die Konfliktparteien aufgefordert, die Waffen zum islamischen Opferfest Ende dieser Woche schweigen zu lassen. Allerdings gingen die Kämpfe auch heute mit unverminderter Härte weiter.

AFP/ses

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