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Tausende Syrer demonstrieren trotz Staatsterror

Nach den Freitagsgebeten sind in mehreren syrischen Städten Demonstranten durch die Strassen marschiert. Trotz massiver Armeepräsenz reisst auch der Flüchtlingsstrom in die Türkei nicht ab.

Demonstration nach dem Freitagsgebet: Tausende marschieren in den Strassen von Damaskus.
Demonstration nach dem Freitagsgebet: Tausende marschieren in den Strassen von Damaskus.
Reuters

Trotz massiver Präsenz der Sicherheitskräfte sind in Syrien am Freitag erneut tausende Menschen aus Protest gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad auf die Strasse gegangen. Nach Angaben von Aktivisten eröffneten Regierungssoldaten in mehreren Städten das Feuer und töteten mindestens 15 Demonstranten. Unter den Opfern seien auch zwei Kinder, hiess es. Die EU will wegen der andauernden Gewalt auf eine Sicherheitsratsresolution dringen, in der die Niederschlagung der Protestbewegung in Syrien verurteilt wird.

In dem Hauptstadtbezirk Barseh wurden nach Angaben des syrischen Menschenrechtsaktivisten Mustafa Osso fünf Menschen getötet. Das syrische Fernsehen berichtete dagegen, Bewaffnete hätten dort auf Sicherheitskräfte und Zivilpersonen geschossen und dabei drei Zivilpersonen tödlich getroffen. Wie die oppositionellen örtlichen Koordinationskomitees weiter mitteilten, kamen fünf weitere Menschen in al-Kasweh ums Leben. Vier Demonstranten seien zudem in der Stadt Homs und einer in der Stadt Hama erschossen worden. In al-Kasweh sei ein zwölfjähriger und in Homs ein 13-jähriger Junge getötet worden, berichteten die Komitees weiter.

Seit Mitte März kommt es immer wieder zu Protesten in fast allen syrischen Provinzen, die gewaltsam niedergeschlagen werden. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden dabei bisher mehr als 1400 Menschen getötet.

Zahl der Flüchtlinge in der Türkei steigt

Inzwischen seien im Grenzgebiet zur Türkei zahlreiche syrische Soldaten postiert worden, berichten Menschenrechtsaktivisten. Bisher flohen mehr als 11'000 Syrer in das benachbarte Land. Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu erklärte, er habe mit seinem syrischen Kollegen telefoniert und ihm die «Sorgen und Gedanken» der Türkei angesichts der militärischen Operationen im Grenzgebiet mitgeteilt. Es wurden weitere 800 Zelte zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge errichtet.

EU fordert Sicherheitsratsresolution

Der EU-Gipfel forderte eine Resolution des UN-Sicherheitsrats, in der die Gewalt gegen das syrische Volk verurteilt wird. Die europäischen Staats- und Regierungschefs forderten im Entwurf ihrer Abschlusserklärung die Vereinten Nationen auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und angemessen auf die anhaltende Gewalt und Unterdrückung syrischer Bürger zu reagieren.

Bereits am Donnerstag hatte die EU die Sanktionen gegen Syrien auf weitere sieben Personen und vier Unternehmen ausgeweitet. Insgesamt gelten gegen Assad und weitere 22 Regierungsmitglieder Reiseverbote und Kontensperrungen. Anfang Mai waren auch ein Waffenembargo sowie ein Verbot der Ausfuhr weiterer Güter verhängt worden, die zur gewaltsamen Unterdrückung gebraucht werden können.

dapd/rub

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