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Über 50 Tote bei Anschlagsserie in Nigeria

Vier Selbstmordattentäter sprengen sich an belebten Plätzen in Maiduguri in die Luft und töten über 50 Zivilisten. Die Vorgehensweise erinnert an die Terrormiliz Boko Haram – sie bekannte sich allerdings noch nicht zu den Anschlägen.

Gesperrter Markt: Das Tor, das zum Montags-Markt führt, wurde nach dem Selbstmordattentat geschlossen. (7. März 2015)
Gesperrter Markt: Das Tor, das zum Montags-Markt führt, wurde nach dem Selbstmordattentat geschlossen. (7. März 2015)
Ptunji Omirin, AFP

Eine Anschlagsserie auf belebte Plätze der nigerianischen Stadt Maiduguri hat 58 Menschen in den Tod gerissen und 139 verletzt.

Nach Angaben der Polizei sprengten sich vier Selbstmordattentäter auf dem Fischmarkt, einem Einkaufszentrum in dessen Nähe, einem weiteren Marktplatz und an einer Bushaltestelle in die Luft. Ein fünfter Anschlag sei mit einer Autobombe auf einem Militärkontrollposten 75 Kilometer vor der Stadt verübt worden.

Die Sicherheitskräfte hätten nach den Anschlägen wieder «Normalität» in Maiduguri hergestellt, sagte Bornos Polizeichef Clement Adoda, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Wie der Chef einer Bürgerwehr sagte, mussten aus Angst vor weiteren Anschlägen alle Geschäfte in der Stadt schliessen.

Vorgehensweise entspricht Boko Haram

Nach Angaben der Polizei sprengten sich vier Selbstmordattentäter auf dem Fischmarkt, einem Einkaufszentrum in dessen Nähe, einem weiteren Marktplatz und an einer Bushaltestelle in die Luft. Ein fünfter Anschlag sei mit einer Autobombe auf einem Militärkontrollposten 75 Kilometer vor der Stadt verübt worden.

Die Anschlagsserie entsprach der Vorgehensweise der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die in Maiduguri entstanden ist. Sie bekannte sich zunächst nicht zu den Angriffen.

Der tödlichste Anschlag wurde von einem Selbstmordattentäter verübt, der sich mit einem Dreirad-Taxi am Eingang des pulsierenden Baga-Fischmarkts in die Luft sprengte: mit ihm wurden 18 Marktbesucher getötet, wie die Polizei mitteilte. Eine Stunde später sprengte sich ein Attentäter in der nahe gelegenen Einkaufsmeile Post Office in die Luft, ein dritter auf dem Monday Market – dem grössten der Stadt – und ein vierter auf einer Haltestelle für Schnellbusse.

Sechs Jahre Terror

Am glimpflichsten ging der Anschlag auf den Militärkontrollposten vor der Stadt aus, bei dem drei Sicherheitskräfte verletzt wurden. Ein Polizist sage, der Attentäter habe vermutlich eigentlich Maiduguri erreichen wollen.

Seit sechs Jahren terrorisiert Boko Haram den Nordosten des Landes mit dem Ziel, einen islamistischen Staat zu errichten. Insgesamt 12'000 Menschen fielen bisher der Gewalt zum Opfer.

Boko Haram hat Maiduguri schon mehrmals angegriffen, seit die Extremisten 2013 aus der Hauptstadt des Staates Borno vertrieben wurden. Seitdem gilt dort der Ausnahmezustand.

Soldaten aus Nigeria und dem Tschad gehen inzwischen gemeinsam gegen die Extremisten vor und haben sie aus einer Reihe von Städten an der nigerianischen Grenze zu Kamerun vertrieben.

SDA/pst

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