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Umjubelter Auftritt al-Ghadhafis in seiner Heimatstadt

Der libysche Machthaber hat vor Anhängern in Sirte eine Brandrede gegen die Rebellen gehalten. Das Regime bringt offenbar Sprengsätze in Brega an. Die Rebellen schleusen Kommandos in Tripolis ein.

Der libysche Machthaber Muammar al-Ghadhafi hat direkten Gesprächen mit den Aufständischen erneut eine Absage erteilt. Er werde mit den Rebellen nicht sprechen bis zum «Tag des Jüngsten Gerichts», sagte al-Ghadhafi gestern in einer Rede vor Anhängern in der Stadt Sirte.

«Ich werde nicht mit ihnen sprechen, es wird kein Gespräch zwischen uns geben bis zum Jüngsten Tag», sagte al-Ghadhafi in seiner Heimatstadt. «Es ist die Stimme des libyschen Volkes – frei und ungehorsam – die ihnen antworten wird.»

Sirte ist eine Hochburg von Ghadhafis Gefolgsleuten und die Heimatregion seines Stamms. Beobachter werteten die Rede als Versuch, angesichts diplomatischer Niederlagen und militärischen Drucks die Moral der Regierungsanhänger zu heben. Die Aufständischen kontrollieren mittlerweile fast die Hälfte des Landes.

Sprengfallen in Brega

Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi haben in dem Ölhafen Brega nach Angaben eines ranghohen Rebellenvertreters Sprengfallen versteckt. Diese wollten die Ghadhafi-Truppen zünden, falls sie die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt verlören, erklärte Oppositionsführer Mahmud Dshibril am Donnerstag nach einem Treffen mit der spanischen Aussenministerin Trinidad Jimenez.

Die gleiche Taktik hätten die Ghadhafi-Truppen auch bei Ölfeldern angewandt. Brega gleiche einem «grossen Minenfeld», einige Ölanlagen seien «voller Bomben und Sprengsätze», sagte Dshibril. Um die Kontrolle über Brega toben seit Tagen erbitterte Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Dshibril sagte weiter, Verhandlungen mit dem Regime in Tripolis wären derzeit nicht geplant und könnten erst nach einem Rückzug Ghadhafis von der Macht aufgenommen werden.«Ghadhafi weiss, dass er keine einzige Möglichkeit hat, die Macht zurückzuerobern. Deswegen will er alles vor seinem Abgang zerstören», sagte Dshibril weiter.

Rebellen schleusen Kommandos nach Tripolis ein

Im Kampf gegen al-Ghadhafi haben die Aufständischen nach eigenen Angaben bewaffnete Einsatzkommandos in die Hauptstadt Tripolis eingeschleust. «Das sind kleine Gruppen, gute Kämpfer, ausgebildet in Bengasi», sagte der Rebellen-Befehlshaber Fausi Bukatif gestern in der Küstenstadt Bengasi. «Wir haben sie mit Waffen und Granaten ausgerüstet.»

Gestern kursierten Gerüchte, Aufständische in Tripolis hätten versucht, Angehörige der Führung um al-Ghadhafi zu töten. Bukatif sagte, davon sei ihm nichts bekannt. Allerdings rechne er damit, dass so etwas passieren werde.

dapd/ sda/ afp/rub

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