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US-Bürger sollen Libyen «sofort» verlassen

Die USA fordern ihre Staatsbürger auf, aus Libyen umgehend auszureisen. Es bestehe Gefahr, angegriffen, entführt oder getötet zu werden. Ein US-Kriegsschiff wird vor die libysche Küste geschickt.

Soll eventuell die US-Botschaft in Libyen evakuieren: Ein Helikopter startet vom Kriegsschiff USS Bataan. (Archivbild)
Soll eventuell die US-Botschaft in Libyen evakuieren: Ein Helikopter startet vom Kriegsschiff USS Bataan. (Archivbild)
AFP

Die USA haben ihren Staatsbürgern in Libyen empfohlen, das nordafrikanische Land «sofort» zu verlassen. In der am Dienstag veröffentlichten jüngsten Reisewarnung des Aussenministeriums wird auf die «unvorhersehbare und instabile» Lage in Libyen hingewiesen. Es bestehe die Gefahr, angegriffen, entführt oder getötet zu werden.

Aus Sicherheitsgründen habe das State Department das Botschaftspersonal in Tripolis reduziert und verfüge nur über begrenzte Mittel, um US-Bürgern in Libyen zu Hilfe zu kommen.

US-Kriegsschiff vor die Küste geschickt

Stunden zuvor hatte Washington angekündigt, dass ein Amphibienkriegsschiff mit 1000 Marineinfanteristen an Bord vor die libysche Küste entsandt werde – für den Fall, dass die US-Botschaft geräumt werden müsse. Die USS Bataan sei auch mit mehreren Hubschraubern ausgestattet, hiess es. Mitte Mai hatten die USA zum Schutz ihrer diplomatischen Einrichtungen in Libyen bereits eine Einheit von Marineinfanteristen nach Süditalien verlegt. Die Soldaten könnten von dort aus im Notfall schnell in dem nordafrikanischen Land eingreifen, hiess es zur Begründung.

Mit der «Vorsichtsmassnahme» reagierte die US-Armee auf die schlechter werdende Sicherheitslage in der Region. Zu den insgesamt 250 Marineinfanteristen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Sigonella im Osten Siziliens gehören drei Tank- und sieben Spezialflugzeuge vom Typ Osprey, die mit ihren Rotoren wie Hubschrauber starten und landen können.

Einfluss von Islamisten wächst

Nach der Tötung des libyschen Staatschefs Muammar al-Ghadhafi während des Nato-Luftkriegs gegen Libyen 2011 wächst in dem nordafrikanischen Land der Einfluss gewalttätiger islamistischer Gruppierungen. Am 11. September 2012 waren bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Benghasi der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden.

In jüngster Zeit startete der ehemalige General Chalifa Haftar eine Offensive gegen islamistische Milizen. Die Übergangsregierung beschuldigte Haftar des «Staatsstreichs». Dem im Juli 2012 gewählten Übergangsparlament wird von grossen Teilen der Bevölkerung die Legitimität abgesprochen. Es sollte im Februar durch ein neu gewähltes Parlament abgelöst werden, verlängerte aber sein Mandat bis zum Dezember. Viele Bürger werfen dem von islamistischen Gruppierungen dominierten Parlament und der Regierung vor, nichts gegen das allgegenwärtige Chaos und die rivalisierenden Milizen zu unternehmen. Besonders im Osten des Landes häufen sich gewalttätige und tödliche Vorfälle.

AFP/chk

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