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Warum Bin Ladens Handy Pakistan in Bedrängnis bringt

Das Handy des Terrorchefs legt gemäss Ermittlern Teile seines geheimen Netzwerks offen. Offenbar hatte Bin Laden Kontakt zum pakistanischen Geheimdienst.

Hielt sich offenbar mit Wissen der Behörden in Pakistan auf: Osama Bin Laden.
Hielt sich offenbar mit Wissen der Behörden in Pakistan auf: Osama Bin Laden.

In einem Handy des Kuriers von Bin Laden waren Daten einer Extremistengruppe gespeichert, die jahrelang unter dem Schutz des pakistanischen Geheimdienstes ISI stand. Das berichtet die «New York Times» unter Berufung auf ranghohe US-Regierungsvertreter.

Amerikanische Experten hätten die Daten auf dem sichergestellten Handy überprüft und darauf Kontakte zur Gruppe Harakat ul Mudschaheddin entdeckt, berichtet das Blatt. Ausserdem hätten Harakat-Mitglieder Vertreter des pakistanischen Geheimdienstes angerufen, wie aus der Nachverfolgung der Anrufe hervorgehe. Auch direkte Treffen soll es gegeben haben.

Die US-Regierungsvertreter sagten der «New York Times», dass es bei den Gesprächen nicht zwangsläufig um Osama bin Laden gegangen sein müsse. Aber die Telefonate könnten darauf hinweisen, dass die Gruppe Teil des Netzwerks gewesen sei, das dem Al-Kaida-Chef geholfen habe, jahrelang unbehelligt in der pakistanischen Stadt Abbottabad zu leben. De Gruppe hat dort auch eines ihrer wichtigsten Rekrutierungszentren und unterhält ein Ausbildungslager in der Nähe.

Keine eindeutigen Beweise

Von einem «rauchenden Colt», der beweist, dass Harakat bin Laden auf Geheiss oder mit dem Wissen des Geheimdienstes ISI geholfen haben könnte, wollen die US-Regierungsvertreter nicht sprechen. Sollte sich der Verdacht dennoch erhärten, könnte das die ohnehin angeschlagenen Beziehungen zwischen Islamabad und Washington schwer belasten.

Harakat ist eine jener Extremistengruppen, die in den 80er und frühen 90er Jahren mit der Zustimmung und Hilfe des ISI aufgebaut wurden, und ursprünglich gegen die Sowjets im Land oder im Konflikt um Kaschmir gegen Indien kämpften. Harakat habe stets sehr enge Kontakte zum ISI gepflegt, bestätigen Analysten. Der Anführer der Gruppe, Maulana Fazlur Rehman Khalil, lange Zeit einer der engsten Verbündeten bin Ladens in Pakistan, lebt noch heute unbehelligt ausserhalb von Islamabad.

AFP/miw

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