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«Wenn das stimmt, dann ist es extrem schockierend»

Dürre, Krieg und tote Kinder: Die Hungersnot in Somalia hat angeblich in den vergangenen 90 Tagen mehr als 29'000 Kinder unter fünf Jahren das Leben gekostet. IKRK-Präsident Kellenberger zeigt sich schockiert.

Prekäre Lage am Horn von Afrika: Hungersnot ist nicht zu stoppen. (Video: Reuters)

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will seine Hilfe für die Dürreregion in Somalia mehr als verdoppeln. Die zusätzlichen finanziellen Mittel sollen vor allem Tausenden Kindern zugutekommen, die in der Region unter Hunger und Gewalt leiden.

IKRK-Präsident Jakob Kellenberger bat am Donnerstag auf einer Pressekonferenz um Spenden in Höhe von 67 Millionen Schweizer Franken, um weiteren 1,1 Millionen Menschen in den am stärksten von der Hungersnot betroffenen Gebieten Somalias zu helfen. Damit würde das Budget des IKRK für Somalia in diesem Jahr auf 120 Millionen Schweizer Franken steigen.

20 Prozent der Kinder unterernährt

Mit der bislang grössten Hilfslieferung hatte das IKRK kürzlich 162`000 Menschen im Süden und Zentrum Somalias mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Derzeit seien in der Region über 20 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unterernährt, und die Quote steige weiter an, teilte das IKRK mit.

Über die Zahl der Todesopfer habe er keine unabhängigen Informationen, sagte Kellenberger. Nach US-Angaben kostete die Hungersnot in Somalia in den vergangenen 90 Tagen mehr als 29`000 Kinder unter fünf Jahren das Leben.

«Wenn das stimmt, dann ist es extrem schockierend»

Diese Zahl nannte die Regierungsbeamte Nancy Lindborg vor einem Ausschuss des US-Kongresses. «Wenn das stimmt, dann ist es extrem schockierend», sagte Kellenberger der Nachrichtenagentur AP.

Die UN erklärten am Mittwoch drei weitere Regionen in Somalia zu Hungerzonen. Von den rund 7,5 Millionen Somaliern benötigen demnach 3,2 Millionen dringend Soforthilfe zum Überleben. 640.000 Kinder seien derzeit unterernährt, teilten die UN mit.

Um die Versorgung der Hungernden in Somalia zu verbessern, habe das IKRK Kontakt zu den sogenannten Dürre-Komitees der islamistischen Miliz Al Shabab aufgenommen, sagte Kellenberger. Das IKRK habe der Al Shabab jedoch kein Geld gezahlt oder Zugeständnisse gemacht. Die Miliz dementiert, dass es in der Region eine Hungersnot gebe und verweigerte dem Welternährungsprogramm bislang den Zugang zu den betroffenen Gebieten.

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SDA/bru

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