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Wer steckt hinter der iranischen Explosion?

Der iranische Raketenentwickler General Hassan Moghaddam ist bei einer Explosion getötet worden. Teheran spricht von einem tragischen Unfall. Andere vermuten eine israelische Geheimoperation.

Nach dem Zwischenfall: Die Rauchwolke der Explosion bei Teheran ist noch von weitem erkennbar. (12. November 2011)
Nach dem Zwischenfall: Die Rauchwolke der Explosion bei Teheran ist noch von weitem erkennbar. (12. November 2011)
Keystone
Bei der Explosion kamen 17 Menschen ums Leben, darunter General Hassan Moghaddam, der Vater der iranischen Shahab-Rakete.
Bei der Explosion kamen 17 Menschen ums Leben, darunter General Hassan Moghaddam, der Vater der iranischen Shahab-Rakete.
Keystone
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak begrüsst den Zwischenfall.
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak begrüsst den Zwischenfall.
Keystone
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Die Informationslage über eine Explosion auf einer Anlage der iranischen Revolutionsgarde, bei der 17 Soldaten ums Leben kamen, ist derart widersprüchlich, dass das renommierte «Time Magazine» inzwischen von einer israelischen Geheimaktion ausgeht. Der Grund: Unter den Toten ist General Hassan Moghaddam, der gemäss halbamtlicher Nachrichtenagentur Fars «eine wesentliche Rolle in der Entwicklung der Landesverteidigung» gespielt hat.

Genauer gesagt, ist Moghaddam der Pionier des iranischen Raketensystems des Typs Shahab, dessen Reichweite bis nach Israel reichen würde. Gemäss dem Atombericht der IAEA soll der Iran bereits die Möglichkeit eines nuklearen Sprengkopfes für die Shahab-Rakete getestet haben. Dies nährt die Vermutung, dass der israelische Geheimdienst beim Tod von Moghaddam seine Finger im Spiel hatte.

Das «Time Magazine» stützt sich auf die Aussage einer westlichen Geheimdienstquelle: «...glauben nicht den iranischen Angaben, wonach es sich um einen Unfall gehandelt hat». Vielmehr stecke der israelische Geheimdienst Mossad dahinter. Es sei mit weiteren Sabotageakten von Seiten Israels zu rechnen.

Zahlreiche Zwischenfälle

Gemäss dem «Time Magazine» handelt es sich nicht um den ersten Zwischenfall dieser Art. In den letzten vier Jahren ist es bereits zu mehreren Explosionen auf iranischen Raketeneinrichtungen gekommen. Mindestens drei iranische Wissenschaftler, die alle am Atomprogramm beteiligt waren, sollen dabei umgekommen sein. Auch der Stuxnet-Virus hatte den Zweck, das iranische Atomprogramm massiv zu beeinträchtigen.

Der iranischen Revolutionsgarde zufolge ereignete sich die Explosion in einem Munitionslager bei Bidgane, 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Teheran. Auslöser sei ein Unfall beim Transport von Munition gewesen, heisst es offiziell. Eine iranische Exilgruppe widerspricht jedoch diesen Angaben: Der frühere Sprecher der Volksmudschaheddin, Alireza Jafarzadeh, erklärte in Washington, die Detonation sei auf einem Raketenstützpunkt erfolgt.

Israel hält sich zurück

Die israelischen Medien sprechen von einer «mysteriösen Explosion». Die israelische Regierung hält sich mit einer offiziellen Stellungnahme zurück. Dagegen einzuwenden hat sie jedenfalls nichts. «Ich hoffe, dass es mehr davon geben wird», sagte Verteidigungsminister Ehud Barak gemäss der «Jerusalem Post».

Israel kommt das Gerücht um eine Beteiligung des Mossad ganz recht. Es stärkt den Mythos, dass sein Geheimdienst zu jeder Zeit zuschlagen kann. Und sollte es sich tatsächlich um eine erfolgreiche, verdeckte Operation gehandelt haben, wäre die Option eines offenen Militärschlags wohl vom Tisch.

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